Feedbackkultur in Unternehmen – Potentiale nützen

Soziale Anerkennung und Zugehörigkeit waren früher überlebenswichtig. Auch heute noch stellt Anerkennung einen großen – wenn nicht sogar den größten – Motivationsfaktor dar. Es geht dabei nicht darum, ständig für alles gelobt zu werden. Vielmehr wollen MitarbeiterInnen, dass ihre Arbeit zur Kenntnis genommen wird und dass sie sich weiterentwickeln können.

Da bewirkt das Lob „Der Bericht war gut“ nicht so viel wie das Feedback „Der Aufbau des Berichts war wirklich super. Beispiele aus den Unternehmen gibt es in Überzahl.

Wie man von anderen wahrgenommen wird, entscheidet über den beruflichen Erfolg oder Misserfolg. Das Wissen, wie unser Verhalten erlebt wird, erhalten wir nur, wenn andere bereit sind, ihre Sichtweise mit uns zu teilen. Personen, die Feedback annehmen und reflektieren, können ihr Verhalten unterschiedlichen Situationen und Zielen anpassen, reduzieren blinde Flecken und erhöhen ihre Kompetenzen. Kurz gesagt: Sie sind erfolgreicher in ihrem Beruf.

  1. In manchen Unternehmen besteht die Feedbackkultur immer noch aus „Nicht geschimpft ist genug gelobt“. Feedback gibt es nur einmal im Jahr im MitarbeiterInnengespräch – wenn überhaupt.
  2. Doch auch Unternehmen, die den Wert von Feedback erkannt haben, stehen vor der Herausforderung zu erreichen, dass Feedback auch wirklich im Alltag gelebt wird. MitarbeiterInnen dazu anzuhalten, einander Feedback zu geben, ist nicht genug. Feedback erfordert ausreichende Feedbackkompetenzen, eine entsprechende Haltung, die Auswahl der richtigen Methoden, geeignete Rahmenbedingungen sowie den entsprechenden Stellenwert im Unternehmen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass MitarbeiterInnen demotiviert werden, Konflikte eskalieren, Widerstand entsteht oder der Prozess im Sand verläuft.
  3. Eine kompetente Feedbackkultur zu entwickeln ist den Aufwand wert. Feedback im Alltag ist ein ressourcenschonendes Werkzeug mit weitreichenden Effekten. Feedback ist einer der größten Motivationsfaktoren, fördert Wachstum und Erfolg, erleichtert die Personalentwicklung, ist wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements und dient der Konfliktprävention.
  4. Darüber hinaus fördert Feedback Offenheit und Vertrauen in Arbeitsbeziehungen und somit die Produktivität des gesamten Teams. Wenn Themen wie Ziele, Aufgaben, Leistungen, Führung, Stärken und auch Schwächen offen thematisiert werden können, fördert dies partnerschaftliche Beziehungen, die Weiterentwicklung sowie eine frühzeitige Fehlerbearbeitung.
  5. In Zeiten, in denen psychische Krankheiten und die damit verbundenen Kosten immer weiter zunehmen, die Aufgaben der MitarbeiterInnen komplexer werden, Kreativität und Innovation gefragt sind, ist Feedback ein unerlässliches Tool für Unternehmen. Feedback stärkt soziale, personale sowie organisationale Ressourcen. Dadurch werden Fehlbelastungen reduziert und die Gesundheit wird gestärkt. Nyberg et al. (2009) fanden einen Zusammenhang zwischen Feedback – als ein Aspekt des Verhaltens von Führungskräften – und einem geringeren Risiko für koronare Herzerkrankungen bei MitarbeiterInnen. Wenn man bedenkt, dass diese laut WHO die häufigste Todesursache weltweit sind, lohnt es sich, hier Maßnahmen zu setzen.