Diskussion: Evaluierung psychischer Belastungen – warum?

Evaluierung psychischer Belastungen – mehr als notwendig!

 Der Fahrplan: Im Frühherbst 2012 geht die neue, sozialpartnerschaftlich ausverhandelte ASchG-Gesetzesnovelle nach erfolgter ministerieller  Begutachtung in die Gesetzgebung. Per 1.1.2013 existiert daher eine markant veränderte Präventionssituation – psychische Arbeitsbelastungen müssen evaluiert werden; – eine Anforderung die aktuell (auf Basis der ASchG-Novelle 2002) eher als „kann-Bestimmung“ im ASchG existiert und primär bei Vorliegen entsprechender Indikationen schlagend wird. Da die Thematik „Psychische Belastungen im Betrieb“ mittlerweile Handlungsbedarf generiert,  sind faktisch österreichweit seit Mitte 2011 mehrere Dutzend Betriebe vom Arbeitsinspektorat diesbzgl. begutachtet worden.

Psychische Belastungen betrieblich managen – Pflicht oder Kür?

 Grundsätzlich ist Österreich im Bereich der betrieblichen Präventionsarbeit nicht schlecht aufgestellt, die Arbeitsunfälle befinden sich statistisch im Sinkflug,auch bzgl. der physischen Belastungsfaktoren (v.a. Bewegungs-/Rückenthematik) hat sich vieles verbessert.

Dennoch – die psychisch bedingten Arbeitsausfälle,Krankenstände und Frühpensionierungen sind ganz markant im Zunehmen begriffen, ein Trend der ohne Gegensteuerung menschlich und auch kostenseitig nicht akzeptiert werden kann. Hierin liegt übrigens auch eine ganz wesentliche Begründung für den arbeitspsychologisch akzentuierten ASchG-Entwurf der Sozialpartner.

Weiters gibt es natürlich auch kostenseitige Gründe, das ASchG diesbzgl. ernst zu nehmen,da im Falle des Eintretens von Arbeitsunfällen,Arbeitsunfähigkeit,Frühpensionierungen etc. natürlich nach einer dementsprechenden Evaluierung/Maßnahmensetzung gefragt werden kann. Bei Nichtbeachtung sind diesbzgl. betriebswirtschaftlich nicht verantwortbare und  kalkulierbare Haftungsfragen bzw. zivilrechtl. Ansprüche seitens der Betroffenen im Raum.

Höhere psychische Belastungen – worin liegen die Ursachen?

Für Fachleute unverkennbar gibt es in der Arbeitswelt eine Belastungsverschiebung von den körperlichen Belastungen hin zur rasant gesteigerten psychischen Belastung. Ein neuer Arbeitstyp ist im Entstehen begriffen, der arbeitsbezogene Schnelligkeit,Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit belohnt und damit mannigfache v.a. psychische Arbeitsanforderungen beinhaltet und auch entsprechende Belastungssituationen produziert.

Derart entsteht also eine Diskrepanz zu den gewohnten Formen der Arbeitsbelastung und -bewältigung – ergänzt durch mitunter zunehmendem Freizeitstress entsteht eine psychisch eindeutig druckvolle Gesamtsituation,die der moderne Volksmund gerne als „Burnout“ tituliert. Daß dies nicht zur individuellen und betrieblichen Arbeitseffizienz beiträgt,versteht sich von selbst.

Schubumkehr in der Präventions- und Personalarbeit durch arbeitspsychologische Verfahren

Vom anlassbezogenen zum systemischen Handeln bzgl. psychischer Belastungen heißt die Devise. In nicht wenigen Betrieben gab es bisher schon Einzelmaßnahmen zur Stressthematik, zu individuell belasteten Mitarbeitern, im Rahmen von BGF-Projekten,CSR etc. die aber oft nach dem jeweiligen Gutdünken der Verantwortlichen und nach Maßgabe meist zusätzlicher Mittel abgewickelt wurden.

Nunmehr bietet sich aber den Betrieben die Möglichkeit (letztlich Notwendigkeit!) anerkannte,hochentwickelte arbeitspsychologische Verfahren der Belastungsevaluierung/ Maßnahmenplanung anzuwenden und derart eine zumindest mittelfristig orientierte psychische Präventionsarbeit zu implementieren. Als Belohnung winkt -auch- eine deutlich verbesserte mitarbeiterseitige Leistungsfähigkeit auf allen Betriebsebenen samt verbessertem Betriebsklima.

Konsequenz – eine enge Verzahnung von Präventions- und Personalarbeit

Betrieblich strukturell integriert,arbeitspsychologisch verfahrensgestützt,mittelfristig orientiert unter Beachtung spezifischer Zielgruppen (40+) – so sieht der einschlägige Trend aus..

Zentrales Moment ist hierbei eine querschnittorientierte themenzentrierte Bestandsaufnahme sowie eine hochwertige Erstevaluation auf Basis nachhaltig einsetzbarer, AI-kompatibler, arbeitspsychologischer Methoden (klass. verfahrensmäßige Gütekriterien: Objektivität,Validität,Reliabilität). Dies ist natürlich auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Dienstleistungsspektrums,basierend auf 25 Jahren AP-Erfahrung 😉 .

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