Neue Studie: arbeitsbedingte psychische Belastungen bei jugendlichen Erwerbstätigen

Fachlich weitgehend unbearbeitet ist die Fragestellung, in wie fern psychische Belastungen bei Jugendlichen Erwerbstätigen anders aufgestellt sind als bei Erwachsenen. Neu ist hierzu eine Studie, die sich mit den psychischen Anforderungen und Belastungen von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren befasst. Ausgewertet wurden 3214 CATI-gestützte Telefoninterviews, die von TNS Infratest von Oktober 2011 bis März 2012 im Rahmen der alle 6 Jahre stattfindenden Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowie einer BAuA-Zusatzbefragung durchgeführt wurden. Im Fokus der Auswertung standen die Komplexe „Arbeitsanforderungen/Belastungen” sowie „Langfristige Beanspruchungen” und deren Verknüpfung. Die Datenanalyse erfolgte deskriptiv mittels SPSS 21. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus sowie nach Wirtschaftszweigen und Berufsklassifikation stratifiziert. Gezeigt werden konnte, wenngleich ohne Kausalbezug, dass psychische Belastungen und Beschwerden am Arbeitsplatz bei Auszubildenden und jungen Beschäftigten Public-Health relevante Probleme darstellen. Jede fünfte junge Frau (23,2%) berichtete über eine emotionale Erschöpfung am Arbeitsplatz in den letzten 12 Monaten, bei den jungen Männern waren es nur halb so viele (10,3%). Hohe Stressbelastungen wurden im Kontext von Termin- und Leistungsdruck und ständig wiederkehrenden Arbeitsvorgängen angegeben. Für den Gesundheits- und Arbeitsschutz ergibt sich ein Handlungsbedarf vor allem in den Dienstleistungsberufen „Gesundheit, Soziales, Lehre, Erziehung”, „Kaufmännische Dienstleistungen”, „Warenhandel, Vertrieb, Hotel und Tourismus”, „Naturwissenschaft, Geografie, Informatik” und „Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung”. Berufsspezifische Detailanalysen sind notwendig, um zielgruppenorientierte Präventionsangebote für Auszubildende und Beschäftigte zu entwickeln.

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