Evaluierung psychischer Belastungen – Arbeitspsychologie – ASchG2013: Arbeitsplatzevaluierungen – Beratung – Seminare

Nachhaltigkeitsberichterstattung und Evaluierung

Nationalrat beschloss Gesetz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Ein paar hundert Unternehmen sollen von dem neuen Gesetz (15.12.2016) betroffen sein. Diese sind nun verpflichtet, über ihre soziale und ökologische Verantwortung wie der Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte, sowie Umweltauflagen zu berichten und zu publizieren. Das Gesetz ist die Umsetzung der Änderung der Bilanz-Richtlinie der Europäischen Unionn.

EU-Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im November 2014 wurde die Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung im Amtsblatt der EU veröffentlicht.„im Hinblick auf die Offenlegung nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Gesellschaften und Konzerne“ sollen große Unternehmen, mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, nichtfinanzielle Informationen, inklusive der Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbelangen, Korruptionsbekämpfung und Achtung der Menschenrechte offenlegen. Diese Informationen dienen der Transparenz und nutzen anderen Unternehmen, Investorinnen und Investoren und verschiedenen Akteuren am Binnenmarkt. Somit leisten sie einen Beitrag für eine nachhaltige Wachstums- und Beschäftigungsentwicklung.

Das Europäische Parlament hat in seinen Entschließungen vom 6. Februar 2013 „zur sozialen Verantwortung der Unternehmen: Rechenschaftspflichtiges, transparentes und verantwortungsvolles Geschäftsgebaren und nachhaltiges Wachstum“ bzw. „zur sozialen Verantwortung der Unternehmen: Förderung der Interessen der Gesellschaft und ein Weg zu einem nachhaltigen und integrativen Wiederaufschwung“ anerkannt, dass der Offenlegung von Informationen zur Nachhaltigkeit, wie sozialen und umweltbezogenen Faktoren, durch die Unternehmen eine große Bedeutung zukommt, um Gefahren für die Nachhaltigkeit aufzuzeigen und das Vertrauen von Investoren und Verbrauchern zu stärken. Die Angabe nichtfinanzieller Informationen ist nämlich ein wesentliches Element der Bewältigung des Übergangs zu einer nachhaltigen globalen Wirtschaft, indem langfristige Rentabilität mit sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz verbunden wird. In diesem Zusammenhang hilft die Angabe nichtfinanzieller Informationen dabei, das Geschäftsergebnis von Unternehmen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft zu messen, zu überwachen und zu handhaben.

EU-Richtlinie

Diese Materie betrifft auch das österr. ASCHG und hier speziell auch die Vorschriften zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen. Deren Beachtung wird nun in gewisser Weise Teil einer betriebhl. Nachhaltigkeitsbilanz.

Digitaler Stress – Studie 2016

Eine neue Studie der Technikerkrankenkasse zeigt alarmierende Befunde – die Folgen der Digitalisierung der Arbeits- und auch Lebenswelt sind enorm. Gegensteuern im Sinne nachhaltiger Problemlösungen ist angesagt.

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E-Learning Tool zur Förderung psychischer Gesundheit (kostenfrei)

Im Rahmen der INQUA (Initiative Neue Qualität der Arbeit/Deutschland) wurde ein kostenfreies Lerntool zum Thema „Psychische Gesundheit als Führungsaufgabe“ entwickelt. Für interessierte Führungskräfte hier einsehbar/nutzbar –  Zum Lernwerkzeug .

Arbeitsproduktivität,Urlaub/Freizeit,psychische Belastungen

Arbeitspsychologie SalzburgInterview mit Prof. Rudolf Winter-Ebmer (Linz) und Dr.Christian Blind (Salzburg).

In der aktuellen Online-Ausgabe der NZZ ist hierzu ein ausführlicher, tlw. überraschender Artikel erschienen, der die Relevanz der Thematik Urlaub/Freizeit und Arbeitsproduktivität/Stress in Österreich  eingehend behandelt. Die angeführten Interviews bieten hierzu facheinschlägige Inputs zum Thema.

NZZ-Artikel lesen

Interview Dr.Blind

Aktuelles Interview Dr.Blind zu Belastungsevaluierung und Betrieblicher Gesundheitsförderung. Lesen..

Fallbeispiel: UVS – Verfahren – unterlassene Evaluierung

Selten sind juristisch-verfahrensmäßige Erkenntnisse bzgl. ASchG-bezogenen Problemen bzw. der Evaluierung psychischer Belastungen/Unterlassung expressis verbis zugänglich. Insofern ist der Spruch des UVS Steiermark (GZ 30.13-114) in Sachen der Berufung einer Heimleiterin (Pflegeheim) von Interesse.

„Spruchpunkt 2.): Zumindest … sei keine Evaluierung (Gefährdungsbeurteilung) über die psychischen Belastungen der ArbeitnehmerInnen durchgeführt worden. Wegen Verletzung des § 4 ASchG wurde gemäß § 130 Abs 1 Z 5 ASchG eine Geldstrafe in Höhe von € 300,–, für den Fall der Uneinbringlichkeit gemäß § 16 VStG eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen verhängt.

….

Zu Spruchpunkt 2.):

Gemäß § 4 Abs 1 ASchG sind Arbeitgeber verpflichtet, die für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bestehenden Gefahren zu ermitteln und zu beurteilen.

Die Pflege älterer Menschen stellt eine massive psychische Belastung dar. Der dadurch bedingte Umgang mit Sterbenden, mit deren Angehörigen und mit dem Tod stellen besondere psychosoziale und psychomentale Belastungen am Arbeitsplatz dar und sind in eine Evaluierung miteinzubeziehen.

Das bloße Anbieten von Supervision bei einer Sozial- und Lebensberaterin, die von sämtlichen Arbeitnehmerinnen als unsympathisch empfunden wird, stellt keine Ermittlung und Beurteilung über die psychischen Belastungen der Arbeitnehmerinnen dar. Im Leitfaden Schwere Arbeit – leicht gemacht ist auch dem Thema psychosoziale Belastungen ein umfangreiches Kapitel gewidmet.

Da im von der Berufungswerberin betriebenen Senioren- und Pflegeheim keine Ermittlung und Beurteilung von für die psychische Gesundheit der ArbeitnehmerInnen bestehenden Gefahren erfolgte, hat die Berufungswerberin als Arbeitgeberin der im Heim beschäftigten ArbeitnehmerInnen auch diese ihr vorgeworfene Verwaltungsübertretung zu verantworten.“

Berufsbedingter Stress – Arbeitsgesundheitsmonitor 2016

Lehrer, Regalbetreuer, Textilarbeiter und Sozialwissenschafter sowie Bauarbeiter sind am stärksten psychisch belastet. 2/3 aller Beschäftigten haben berufsbedingten Stress. Das sind die alarmierenden Ergebnisse einer aktuellen Auswertung des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK OÖ.

Die Arbeiterkammer fordert daher, die Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und vor allem die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen ernst zu nehmen.

Der Arbeitsgesundheitsmonitor beschreibt die subjektive gesundheitliche Befindlichkeit der Arbeitnehmer. In einer aktuellen Auswertung wurden die psychischen Belastungen und der arbeitsbedingte Stress der Beschäftigten in Österreich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Fast 30 Prozent aller Beschäftigten sind psychisch stark belastet. Besonders betroffen sind LehrerInnen an Schulen (52 Prozent), RegalbetreuerInnen (45 Prozent), TextilarbeiterInnen und SozialwissenschafterInnen (je 39 Prozent) sowie Bauarbeiter (37 Prozent).

Zwei Drittel aller Beschäftigten geben an, durch Stress belastet zu sein. Hauptgründe für arbeitsbedingten Stress sind die hohe Arbeitsbelastung sowie Zeitdruck bei zu wenig Arbeitsautonomie und Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Unter Demotivation durch die Arbeitsbedingungen leidet fast die Hälfte der Beschäftigten. Mehr als ein Drittel kann nach der Arbeit nicht abschalten, ebenso viele entfremden sich von ihrer Arbeit, weil sie keinen Sinn darin sehen. Auch Zeitdruck spielt eine große Rolle: 40 Prozent der Beschäftigten, die unter Zeitdruck stehen, weisen mehrfache psychische Belastungen auf.

Hohe Verantwortung, dauernde Konzentration und Zeitdruck sind die Hauptursachen für psychische Belastungen von ArbeitnehmernInnen. Dahinter folgen Parteienverkehr und Kundenkontakt, Lärm, mangelnde Rückzugsmöglichkeiten, Kontrolle und Überwachung sowie mangelnde Unterstützung durch den Chef.

Im Zeitraum zwischen 1994 und 2014 ist die Zahl der Krankenstandstage aufgrund berufsbedingter psychischer Erkrankungen von einer Million auf 3,6 Millionen gestiegen. Diese hohe Zahl resultiert laut der AK nicht nur aus einem permanenten Anstieg von belastenden Faktoren in der Arbeitswelt. Sie hat auch damit zu tun, dass Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen besonders lange dauern.

Der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden beläuft sich laut Berechnungen der Arbeiterkammer Wien auf 3,3 Milliarden Euro pro Jahr. Und das, obwohl anzunehmen ist, dass viele Beschäftigte mit psychischen Erkrankungen arbeiten gehen, obwohl auskurieren oder eine Therapie besser wären.

Aus diesem Grund sind sowohl die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz als aber auch die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen unbedingt ernst zu nehmen. Betriebe, die bewusst die psychische Gesundheit der Beschäftigten gefährden, müssen in die Pflicht genommen werden, fordert die AK.

Zu ihrem Forderungskatalog zählen zudem die Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung und die Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Letzteres soll dafür sorgen, dass aus dem Krankenstand zurückkehrende ArbeitnehmerInnen nicht gleich wieder denselben belastenden und krankmachenden Faktoren ausgesetzt sind und dass sie schrittweise ohne Druck in ihre Tätigkeiten zurückfinden können

Arbeitspsychologie-Blog

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Unser Fachinformationsmedium  KOMPETENZZENTRUM ARBEITSPSYCHOLOGIE hat ab sofort eine neue Adresse – http://arbeitspsychologie.blog/ und wird namensgemäß als BLOG in gleich hoher inhaltlicher Qualität medial präsentiert.

Viel Spaß bei Lesen!

Dr.Christian Blind,Herausgeber

Zunahme des Burn-out-Potentials

Betriebsräte schlagen Alarm: Burn-Out-Fälle bereits in jedem zweiten Betrieb

„Bei den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind wir mit Entwicklungen konfrontiert, die mir sehr große Sorgen bereiten“, fasst AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Ergebnisse der neuesten Betriebsräte-Befragung zusammen. Bereits jeder zweite Betriebsrat sagt, dass es aktuell Fälle von Burn-Out im Unternehmen gibt! Fast zwei Drittel der Betriebsratsvorsitzenden melden zurück, dass die psychische Belastung in ihrem Betrieb in den letzten zwölf Monaten zugenommen hat. 

Besonders alarmierend ist für Kalliauer, dass keine Entlastung für die Beschäftigten in Sicht ist: Die Mehrheit der Betriebsräte/-innen geht von einem gleichbleibenden Personalstand aus, jede/-r Vierte sogar von einer Verringerung der Beschäftigtenzahl. Und das, obwohl 80 Prozent der Betriebsräte/-innen mit einer positiven mittelfristigen Geschäftslage rechnen.

Folgen für Betroffene, Firma und Gesellschaft

Diese Entwicklung – die ständige Erhöhung des Drucks auf die Beschäftigten bei gleichzeitig zurückhaltender Personalpolitik – hat langfristig gravierende Folgen für die Betroffenen, den Arbeitsmarkt und die Volkswirtschaft: Die Rückkehr nach einer Burn-Out-Erkrankung ist schwierig, und der persönliche Schaden ist groß. „Das muss seitens der Arbeitgeber endlich ernst genommen werden. Auf eine solche Entwicklung nicht zu reagieren, wäre fatal“, so AK-Präsident Kalliauer. Dabei gäbe es schon jetzt ein gesetzlich verankertes Instrument für das Erkennen von problematischen Arbeitsbedingungen – nämlich die „Evaluierung psychischer Belastungen“ laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz.

Hier müssten Betriebsräte/-innen eingebunden werden, denn sie wissen um die Sorgen und Probleme der betroffenen Arbeitnehmer/-innen am besten Bescheid. Außerdem müssen nach Ansicht der AK auch Arbeitspsychologen/-innen und Arbeitsmediziner/-innen beteiligt werden, um gesicherte Ergebnisse zu bekommen.

Evaluierungsstellen beim Heer

Ausschreibung: Arbeitspsychologinnen/ Arbeitspsychologen
beim Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Befristete Anstellung
Dienstort: WIEN
Voraussichtlicher Beginn: ab Herbst 2016
Bewerbungen sind laufend möglich
Aufgabenbereiche:
· Projekte im Rahmen des Bedienstetenschutzes (entspricht ArbeitnehmerInnenschutz),
insbesondere Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen
· Planung, Durchführung und Evaluation von gesundheitsfördernden Maßnahmen und Projekten
· Teilnahme an internen Fortbildungsveranstaltungen

Weitere Infos

Fachvortrag Prof.Dr. E.Ulich, Wien 29.4.2016

Vortrag von

Prof. em. (ETH) Dr.Dr. h.c. Eberhard Ulich, Fr. 29. April 2016

16:30 Uhr Universität Wien (Universitätsring 1) Marietta-Blau Saal

„Wir müssen uns – wieder – einmischen“

Die raschen und komplexen Veränderungen in der Arbeitswelt (wie z.B. Industrie 4.0, Digitalisierung) erfordern, dass sich die AOW-Psychologie dazu nicht nur äußert, sondern sich auch engagiert an ihrer humanen Gestaltung mit engagiert. Dafür hat sie durchaus geeignete Konzepte, Vorgehensweisen und Konzepte.

Fachleistungsnachweis Arbeitspsychologie

Unternehmen die eine Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen rechtssicher und betrieblich wertvoll durchführen lassen wollen, kommen um den Einsatz von Arbeitspsychologen nicht herum. Um die Beratungsqualität im Evaluierungsprozess zu gewährleisten gibt es auf der Homepage der Arbeitsinspektion den Link zum Download des sog. Fachleistungsnachweises Arbeitspsychologie.Diesen füllt der zertifizierende Arbeitspsychologe je nach erbrachten Leistungen detailliert aus und bestätigt derart die Gesetzeskonformität des Evaluierungsprozesses.

„Der EvalPsy-Fachleistungsnachweis der Österreichischen Berufsvertretungen für Psychologie (BÖP und GkPP) ist ein Formular, mit welchem einem Unternehmen die korrekte und vollständige Erbringung von arbeits- und organisationspsychologischen Fachleistungen im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach ASchG bestätigt werden. Zugleich kann die Unterlage auch in den zusammenfassenden Tätigkeitsbericht nach § 82 b Abs. 3 ASchG integriert werden. Damit soll ein gesetzeskonformer, dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz entsprechender und fachkompetenter Beratungsablauf zur betrieblichen Umsetzung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastung durch beratende Arbeits- und Organisationspsycholog/innen erreicht werden.“ (http://www.arbeitsinspektion.gv.at/AI/Gesundheit/Belastungen/default.htm#Arbeitspsychologie 15.9.2015).

Online Lektionen zur A&O-Psychologie

Human Ressource Management als online-Lektion:

Organisations- und Arbeitspsychologie

Inhalte

    • den Grundlagen der Organisations- und Arbeitspsychologie
    • Emotion, Belastung, Beanspruchung, Bore-out und Burnout
    • Analyse von Tätigkeiten und Arbeitssystemen
    • Psychologischer Arbeitsgestaltung
    • Dem Spannungsfeld Person und Organisation
    • Dem Einsatz neuer Technologien im Unternehmen
    • Der Gruppe als Organisationsform von Arbeit
    • Dem Spannungsfeld Organisation und Motivation
    • Organisationskultur
    • Dem Spannungsfeld Leistung und Gesundheit

Die TeilnehmerInnen verstehen wie MitarbeiterInnen, als „wertvollste Ressource des Unternehmens“ zu effizienter und effektiver Zusammenarbeit verholfen werden kann.

Weitere Infos

Arbeitsgesundheitsmonitor OÖ – psychische Belastungen

AB

Der mehrjährige Arbeitsgesundheitsmonitor der oberösterreichischen AK bietet neben dem übergreifenden Report 2015 auch spezifisches Material zu den psychischen Belastungen. Überraschend ist, dass die Beschäftigten in Jobs mit hohen körperlichen Belastungen auch psychisch stark belastet sind. 76 Prozent der Berufskraftfahrer/-innen und der Fabriksarbeiter/-innen sowie 72 Prozent der Bauarbeiter/-innen und 71 Prozent des medizinischen Personals geben an, von zumindest einer psychischen Beeinträchtigung betroffen zu sein. Demgegenüber fühlen sich nur 57 Prozent der Kindergartenpädagogen/-innen und der Büroangestellten psychisch belastet, während das 67 Prozent der Geschäftsführer/-innen angeben.

Report „Evaluierung“ im Wirtschaftsblatt 10.11.2015

Ein wirtschaftspraktischer Artikel zur Materie der Evaluierung psychischer Belastungen ist aktuell (10.11.2015) im WIRTSCHAFTSBLATT erschienen.

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AK-Presseaussendung 9.11.2015 : Psychische Krankmacher in der Wirtschaft

Psychische Krankmacher in der Arbeit

Über eine Million Menschen in Österreich, Erwerbstätige und früher Erwerbstätige, haben arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme: 488.000 Frauen und 533.000 Männer. Schwere körperliche Arbeit verursacht immer noch die meisten arbeitsbedingten Erkrankungen. Aber immer mehr Beschäftigte klagen über Überlastung und Stress. Die psychischen Krankmacher in der Arbeit verursachen auch exorbitante Kosten. Deshalb ist die Evaluierung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gesetzlich vorgeschrieben.

Erst 21 Prozent der Unternehmen erfüllen die gesetzliche Vorgabe

„Bisher erfüllen aber noch viel zu wenige Betriebe diese gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht“, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske und sieht die Unternehmen dringend gefordert: „Die Durchführung der Evaluierung psychischer Belastungen ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung für die Betriebe, sondern auch eine Win-Win-Situation für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Für die Beschäftigten werden gesunde Arbeitsbedingungen geschaffen, für die Unternehmen entstehen weniger Kosten, da die Zahl der Krankenstände sinkt, die Fluktuation abnimmt und die Produktivität zunimmt.“

2014 vermerkten bereits 65 Prozent der im Zuge der Erstellung des Strukturwandelbarometers (IFES im Auftrag der AK Wien) befragten BetriebsrätInnen einen Anstieg des Zeitdruckes innerhalb eines Halbjahres und 60 Prozent gaben einen Zuwachs der Flexibilitätsanforderungen im Unternehmen an. Aber das Strukturwandelbarometer ergab auch, dass viele Unternehmen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierung der psychischen Krankmacher säumig sind. Erst 21 Prozent der Unternehmen haben diese durchgeführt, bei 24 Prozent ist die Evaluierung erst in Planung. Bezogen auf Unternehmen mit Betriebsrat haben bisher lediglich rund ein Viertel der Unternehmen Maßnahmen zur Reduktion oder Beseitigung der schädlichen Belastungsquellen eingeleitet.

Arbeitsbedingte psychische Belastungen nehmen drastisch zu

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten der arbeitsbedingten psychischen Belastungen in Österreich belaufen sich auf rund 3,3 Milliarden Euro jährlich. Arbeitsbedingte psychische Belastungen nehmen drastisch zu und machen nachweislich krank. Sie machen bereits ein Drittel jener Diagnosen aus, die zu einer Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension führen.

„Es herrscht akuter Handlungsbedarf. Die Betriebe haben zwei Jahre Schonfrist für die Evaluierung psychischer Belastungen gehabt. Das ist mehr als genug, wenn es um die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen geht. Bei der Gesundheit von Menschen am Arbeitsplatz kann und darf es keine Kompromisse geben“, fordert Kaske:

Forderung
  • die sofortige Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen durch die ArbeitgeberInnen
  • strengere Kontrollen durch das Arbeitsinspektorat mit empfindlichen Sanktionen bei Verstößen
  • die Aufstockung des Personalstandes in den Arbeitsinspektoraten

Psychische Krankmacher in der Arbeit – was sie kosten

„Arbeit darf nicht krank machen“ war die Erkenntnis zahlreicher Analysen, die dazu führten, dass im Jahr 1995 das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in Kraft getreten ist. Im Vorfeld klagte die Wirtschaft, dass ihr durch das Gesetz nur immense Kosten erwachsen und der administrative Aufwand in keinem Verhältnis zum Erfolg stehe würde. Aber das Gesetz wurde zur Erfolgsgeschichte: Die Arbeitsunfälle mit Todesfolge konnten in den Folgejahren von 294 (1994) auf 113 (2014) gesenkt werden, die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt von 164.469 (1994) auf 104.625 (2014), die betriebswirtschaftlichen Kosten von über 542 Millionen auf rund 345 Millionen Euro und die volkswirtschaftlichen Kosten von über zwei Milliarden auf 1,3 Milliarden Euro reduziert werden. Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt haben sich aber auch die krankmachenden Faktoren in der Arbeit verändert. Mittlerweile ist anerkannt, dass psychische Erkrankungen als Folge von Arbeitsbelastungen auf dem Vormarsch sind. Im Zeitraum von 1994 bis 2013 sind psychiatrische Krankheiten von rund einer Million auf über 3,5 Millionen Krankenstandstage angestiegen, was rund 230 Prozenten entspricht.

  • Beschäftigte ohne arbeitsbedingte Belastungen weisen im Schnitt pro Jahr nur 0,8 Tage krankheitsbedingter Arbeitsausfälle auf. Treten arbeitsbedingte psychische Belastungen auf, erhöht sich die Zahl der Arbeitsausfalls-Tage auf 3,3. Knapp sechs Ausfalls-Tage sind es, wenn psychische und physische Belastungen zusammentreffen.
  • 32 Prozent aller Neuzugänge in die Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionen erfolgt aus psychischen Gründen.
  • Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischen Belastungen dauern länger und die gesamtwirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro jährlich.

Was wen im Job krank macht

Frauen leiden unter anderen arbeitsbedingten Beschwerden als Männer – der psychische Druck in der Arbeit macht allen zu schaffen. Klagten 2007 noch 33 Prozent von 100 Männern und 24 von 100 Frauen über psychische Belastungen, stiegen die Zahlen bis 2013 auf 41 Prozent bei den Männern und 35 bei den Frauen. Bereits 40 Prozent (1,7 Millionen) aller Erwerbstätigen klagen über zumindest ein Risiko für psychische Probleme an ihrem Arbeitsplatz. Zeitdruck bzw Überbeanspruchung werden dabei am häufigsten genannt (über 38 Prozent). Verglichen mit den Daten aus 2007 bedeutet das einen Anstieg von fast einem Drittel – von 29 auf 37 Prozent (Statistik Austria 2014).

Im Europavergleich ist Österreich bezogen auf die Qualität des Arbeitsumfeldes deutlich unterdurchschnittlich. Laut der OECD sind hierfür vor allem die langen Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck verantwortlich. Österreich belegt bei diesen Indikatoren nur den 27. Rang von 32 erfassten OECD-Ländern. Kommt es nicht zu Verbesserungen des Arbeitsumfeldes, drohen nach Einschätzung der OECD erhöhte Burnout-Raten, Depressionen und andere stressbedingte physische und psychische Krankheiten.

Die sieben häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen in Österreich:

  • Rücken: 180.000 Männer, 150.000 Frauen
  • Nacken, Schultern, Arme, Hände: 79.000 Männer, 114.000 Frauen
  • Hüfte, Beine, Füße: 96.000 Männer, 70.000 Frauen
  • Depressionen: 28.000 Männer, 32.000 Frauen
  • Stress: 28.000 Männer, 30.000 Frauen
  • Herz: 32.000 Männer, 13.000 Frauen
  • Lunge/Atemwege: 31.000 Männer, 14.000 Frauen

DAK-Studie: Fehlzeiten aufgrund psychischer Indikationen seit 1997 verdreifacht

Neue Studie – immer mehr Menschen werden  psychische Erkrankungen diagnostiziert. Das ist das Ergebnis des am Dienstag in Berlin veröffentlichten DAK-Reports, für den das Berliner IGES Institut die Daten zur Arbeitsunfähigkeit von rund 2,6 Millionen berufstätigen DAK-Versicherten analysiert hat.

Das Ergebnis: Seit 1997 hat sich die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen verdreifacht. DAK-versicherte Beschäftigte blieben deswegen 2014 an mehr als 6,3 Millionen Tagen zu Hause. Die Daten der Versicherung hochgerechnet sind demnach 1,9 Millionen Menschen betroffen – und jeder 20. Arbeitnehmer war im vergangenen Jahr wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.

Dem Report zufolge verursachten psychische Erkrankungen 2014 zwar deutlich mehr Ausfalltage als in den Vorjahren. Zugleich fehlten Arbeitnehmer aber seltener wegen körperlicher Leiden.

Auffällig ist den Angaben zufolge aber der hohe Anteil von Depressionen. Fast jeder zweite Fehltag aus psychischen Gründen wird damit begründet. Während Depressionen im Jahr 2000 lediglich 37 Fehltage pro 100 Versicherte verursachten, waren es 2014 bereits 112.

Wie häufig Arbeitnehmer wegen eines psychischen Leidens fehlen, hängt dem Report zufolge auch mit der Branche zusammen: Nirgendwo war die Zahl der dadurch begründeten Fehltage so hoch wie im Gesundheitswesen. Am seltensten fehlten Beschäftigte deswegen im Baugewerbe.

Gesunde und sichere Arbeitsplätze – EU-Kampagne 2016 im Anmarsch

Healthy Workplaces for all ages – Die neue Kampagne der EU-OSHA für 2016 ist aufgestellt.

Alle Infos OSHA 2016

Merkblatt Evaluierung im Bauhilfsgewerbe

Die Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe hat zusammen mit dem Sozialministerium das Merkblatt zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Bauhilfsgewerbe veröffentlicht.

Die Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe hat in Abstimmung mit dem Zentralen Arbeitsinspektorat (ZAI) einen Gemeinschaftsfolder zum Thema „Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Bauhilfsgewerbe“ (siehe Downloads) herausgegeben. Der Folder selbst soll eine Basisinformation für Betriebe liefern, die sich noch nicht mit diesem Thema beschäftigt haben. Es werden kurz und prägnant:

  • die gesetzlichen Grundlagen
  • die sich daraus erfolgenden Kosequenzen für die Betriebe
  • und das notwenige Vorgehen der Betriebe: „5 Schritte zum Ziel“

dargelegt.

Rückfragen an:

BUNDESINNUNG DER BAUHILFSGEWERBE

Schaumburgergasse 20/6, 1040 Wien

E.: baunebengewerbe@bigr4.at

AUVA-Informationsveranstaltung zur Evaluierung

St. Wolfgang, 18. Juni 2015

Die Evaluierung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz ist weiterhin ein wichtiges Thema im Arbeitnehmerschutz. Die Erfahrung zeigt, dass für Durchführende der Evaluierung vor allem die Darstellung von erfolgreichen Praxisbeispielen hilfreich für die eigenen Evaluierungsvorhaben ist. Die Praxisbeispiele zeigen mögliche Lösungsansätze für folgende, in der praktischen Durchführung häufig entstehende Fragen auf:

Wie plane ich den Ablauf der Evaluierung im Betrieb?

Welche Zusammenstellungen von „Evaluierungsgruppen“ machen Sinn?

Wer ist wann einzubeziehen oder zu informieren?

Wie entstehen „gute“ Maßnahmen?

Folder

Nachholbedarf bei Evaluierungen in Österreich

Nicht einmal jedes 2. größere Unternehmen in Österreich ist bis dato der seit 1.1.2013 bestehenden Evaluierungspflicht nachgekommen. Bei den traditionellen KMU sieht es weit düsterer aus.

Zu diesem Ergebnis kommt eine im aktuellen AUVA-Magazin  SICHERE ARBEIT veröffentlichte Umfrage unter Führungskräften.“159 Führungskräfte und Personalverantwortliche aus 25 Branchen gaben detailliert Auskunft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Erst 47 Prozent der Betriebe haben die gesetzlichen Auflagen erfüllt.

Große Unterschiede in der gesetzlichen Umsetzung des psychischen Arbeitsschutzes

Immerhin: Für vier Fünftel der Befragten ist die Beachtung psychischer Arbeitsbelastungen „sehr“ oder „eher“ wichtig. Dennoch hat bisher weniger als die Hälfte der Betriebe eine Evaluierung psychischer Arbeitsbelastungen durchführen lassen, bei den KMUs (Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten) überhaupt erst jeder vierte. Mehr als 40 Prozent der Verantwortlichen in KMUs wussten nicht, dass die umfassende körperliche und psychische Arbeitsplatzevaluierung gesetzlich vorgeschrieben ist.“

Evaluierungskurs am WIFI Wien 14./15.4.2015

Sie erkennen die psychischen Störfaktoren an Arbeitsplätzen und können präventive Maßnahmen setzen. Um langfristig die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen in Ihrem Unternehmen zu sichern, lernen Sie unterschiedliche Messmethoden bzw. Messinstrumente kennen. Zielgruppe:
Sicherheitsfachkräfte, Sicherheitsvertrauenspersonen, interessierte Personen.

Inhalt:
ASchG Novelle 2013: Überblick über Stressoren am Arbeitsplatz (unzureichende Arbeitsplatzgestaltung, unklare Arbeitsaufträge, soziale Beziehungen, emotionale Belastungen) – physische Belastung – Ermittlung – Erhebungsinstrumente – Auswertungen und Interpretation – Datenschutz – Dokumentation und Aufzeichnungen hinsichtlich Gesetzgeber – Grundsätze der Stressprävention – Arbeitsplatzbezogene Maßnahmen

Neue Studie: arbeitsbedingte psychische Belastungen bei jugendlichen Erwerbstätigen

Fachlich weitgehend unbearbeitet ist die Fragestellung, in wie fern psychische Belastungen bei Jugendlichen Erwerbstätigen anders aufgestellt sind als bei Erwachsenen. Neu ist hierzu eine Studie, die sich mit den psychischen Anforderungen und Belastungen von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren befasst. Ausgewertet wurden 3214 CATI-gestützte Telefoninterviews, die von TNS Infratest von Oktober 2011 bis März 2012 im Rahmen der alle 6 Jahre stattfindenden Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowie einer BAuA-Zusatzbefragung durchgeführt wurden. Im Fokus der Auswertung standen die Komplexe „Arbeitsanforderungen/Belastungen” sowie „Langfristige Beanspruchungen” und deren Verknüpfung. Die Datenanalyse erfolgte deskriptiv mittels SPSS 21. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus sowie nach Wirtschaftszweigen und Berufsklassifikation stratifiziert. Gezeigt werden konnte, wenngleich ohne Kausalbezug, dass psychische Belastungen und Beschwerden am Arbeitsplatz bei Auszubildenden und jungen Beschäftigten Public-Health relevante Probleme darstellen. Jede fünfte junge Frau (23,2%) berichtete über eine emotionale Erschöpfung am Arbeitsplatz in den letzten 12 Monaten, bei den jungen Männern waren es nur halb so viele (10,3%). Hohe Stressbelastungen wurden im Kontext von Termin- und Leistungsdruck und ständig wiederkehrenden Arbeitsvorgängen angegeben. Für den Gesundheits- und Arbeitsschutz ergibt sich ein Handlungsbedarf vor allem in den Dienstleistungsberufen „Gesundheit, Soziales, Lehre, Erziehung”, „Kaufmännische Dienstleistungen”, „Warenhandel, Vertrieb, Hotel und Tourismus”, „Naturwissenschaft, Geografie, Informatik” und „Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung”. Berufsspezifische Detailanalysen sind notwendig, um zielgruppenorientierte Präventionsangebote für Auszubildende und Beschäftigte zu entwickeln.

Statistik Austria – Studie zu „Arbeit und Gesundheit“

Annähernd eine Million Menschen in Österreich klagt über eine durch die Arbeit verursachte Gesundheitsbeeinträchtigung. in etwa 3,3 Mio. – also acht von zehn Erwerbstätigen – sind am Arbeitsplatz zumindest einem körperlichen und/oder psychischen Risikofaktor für eine Erkrankung ausgesetzt. Diese Daten hat die Statistik Austria bei der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung im Jahr 2013 erhoben. Sieben von zehn Erwerbstätigen (73,3 Prozent) gaben körperliche Risikofaktoren an, vier von zehn (40,3 Prozent) beschwerten sich über zumindest ein psychisches Risiko…

Nachdem es mittlerweile reichlich medialen Diskussionsstoff zur Thematik gibt,soll hier der Zugang zur Originalstudie empfohlen werden. auch die psychischen Belastungen spielen hierbei eine relevante Rolle. ORF-Beitrag/Video . Studie – Titel/Inhalt: „Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2013“ Die vorliegende Publikation beinhaltet Ergebnisse zum Ad-hoc-Modul 2013 „Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme“. Zentrale Themen sind die Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, Anzahl und Art berufsbedingter Gesundheitsprobleme und -beschwerden sowie die Anzahl der Arbeitsunfälle. Die Erhebung geht auf eine Initiative der Europäischen Kommission zurück und wurde 2013 im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung mit einem EU-weit einheitlichen Fragenprogramm durchgeführt. Nachdem bereits 2007 eine Befragung zum selben Thema erfolgt war, soll das Ad-hoc-Modul 2013 umfassende vergleichbare Daten im Sinne eines Monitorings liefern. Dieses dient auch zur Erfolgsmessung der politischen Ziele, die von der Europäischen Kommission in der Kommissionsmitteilung „Die Arbeitsqualität verbessern und die Arbeitsproduktivität steigern: Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007-2012“ sowie der „Richtlinie 89/391/EWG des Rates vom 12. Juni 1989 über die Durchführung vom Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit“ formuliert wurden. Zusätzlich zu den europäischen Vorgaben wurde der Fragenkatalog erweitert, um für die nationale Arbeitsmarktpolitik spezifische Statistiken und Analysen auf diesem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse werden nach den wichtigsten demografischen und erwerbsstatistischen Merkmalen präsentiert.

Komplementäre Projektförderungen zur ASchG 2013-Evaluierung

Neu – im Rahmen der FEEI Förderaktion G2 plus sind aktuell hohe Projektförderungen lukrierbar. Diese können insofern komplementär zu ASchG 2013 -Evaluierungen eingesetzt werden,als Sie auch und insbesondere betriebliche Verhaltensprävention fördern und somit nicht im Einzugsbereich rein gesetzlicher Vorgaben liegen. Weitere Infos

Job-Stress-Index 2014

Neue Studie – weit über eine Million der 4,9 Millionen Arbeitnehmer in der Schweiz sind in der Arbeit übermäßig gestresst. Zwei Millionen sind am Arbeitsplatz mit Erschöpfung konfrontiert. Dies geht aus dem ersten «Job-Stress-Index 2014» hervor, den die Universität Bern und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz erstellt haben.

Die Zahlen entstammen einer repräsentativen Onlineumfrage bei fast 3500 Erwerbstätigen in der Schweiz. Dabei gelten v.a. Zeitdruck, Überforderung, Probleme mit Vorgesetzten und Kollegen als Stressoren. Der Schweizer Wirtschaft kostet das pro Jahr ca. 5,6 Milliarden Franken.  (mehr …)

AschG-2013 Belastungsevaluierung – neue „pro“-Argumente durch OECD-Studie

Eine brandneue OECD-Studie attestiert Österreich im internationalen Vergleich markanten Nachholbedarf bzl. Arbeitsumfeld und psychischen Arbeitsbelastungen. Zur Studie

Evaluierungsthematik – Situation in Österreich,Perspektiven,Forderungen

Im Rahmen der EU-Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen” gibt es etliche Pressestatements zur Thematik. Spezifisch interessant erscheint jene von Alexander Heider/AK

„Evaluierung psychischer Arbeitsbelastungen soll die Verhältnisse ändern

Die Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen ist zweifelsohne ein bedeutender sozialpolitischer Fortschritt, wobei ihre betriebliche Umsetzung nur zögerlich erfolgt. Es braucht noch viel Überzeugungsarbeit, trotz eindeutiger gesetzlicher Verpflichtung und der Schwerpunktbildung bei Kontrollen durch die Arbeitsinspektion…“

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Tagung/Workshop „Psychologie der gesunden Arbeit“

Dieser Workshop soll einen Beitrag zur Bestandsaufnahme der komplexen und vielfältigen Ursachen physischer und psychischer Belastungen in der Erwerbsarbeit und Nicht-Erwerbsarbeit leisten. Beantwortet werden sollen folgende Fragen: Inwieweit tragen die zeitliche und inhaltliche Gestaltung der Arbeit, Konflikte am Arbeitsplatz, Arbeitsverdichtung und -flexibilisierung, Restrukturierungen und Traumatisierungen, eine ungesunde Führungskultur, oder individuelle Verhaltensweisen zu gesundheitsbeeinträchtigenden psychischen Beanspruchungen bei? Welche wissenschaftlich fundierten, empirisch gesicherten und in der Praxis bewährten Analyse- und Interventionskonzepte existieren bereits, um die Erwerbsarbeit der Zukunft gesund und erfolgreich zu gestalten?
18. Workshop der Arbeitssicherheit und Gesundheit

„Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit“

vom 16. – 18. Juni 2014 in Dresden, IAG

Workshop-Homepage: http://www.fv-pasig.org

Teure Evaluierungen?!

Neuerdings lässt sich ein beinahe merkwürdiger Trend in der Anbieter- und Kundenszenerie feststellen – gescheiterte Evaluierungen,vom Arbeitsinspektorat nicht anerkannt! Geht man den Dingen auf den Grund lassen sich weitere Trends festmachen,insbesondere das Billigbieterprinzip. Faktisch werden Evaluierungen oft derart vergeben bzw. Anbieter gesucht, indem man einfach einen Kostenrahmen vorgibt.

Betriebswirtschaftlich ist das natürlich gut nachvollziehbar, insbesondere im Kontext einer Erstevaluierung aber ein reines Glücksspiel. Geht man nämlich von dieser (kostenorientierten) Prämisse aus,dann treten erfahrungsgemäß 2 methodische Fehler ein: einerseits wird vergessen,dass eine Erstevaluierung ganz andere inhaltliche und methodische Anforderungen beinhaltet als weitere mögliche/notwendige/zukünftige Bearbeitungen im ASchG-Kontext (Standardisierungsfrage). Andererseits wird die Evaluierung dann im Regelfall auf einer Datenerhebung/Befragung reduziert und „übersehen“,dass es sich hier um einen integrierten Prozess handelt,der seriöserweise aus mehreren Stadien besteht und unbedingt auf durchgängigem Expertiselevel gehalten werden muss.

Werden nur einzelne Prozessteile -auf möglichst kostengünstigem Niveau- fachlich nachvollziehbar bearbeitet,kommt es im Gesamtprozess unweigerlich zu „Expertiselücken“,die spätestens bei einer Kontrolle der Evaluierungsaktivitäten unweigerlich (!)auffallen. Oftmals ist Endergebnis: Aufforderung zur Neuevaluierung mit Befristung.

Umgehen kann man derartige Problemlagen,indem man den budgetären Projektlevel angemessen -und nicht gemäß Billigbieterprinzip- einrichtet,sowie durch Auswahl entsprechender Anbieter,die adäqaute Projekte fachlich gewährleisten können.

Praktischer Hinweis: wir relaunchen mittlerweile auch beeinspruchte Evaluierungen anderer Anbieter,indem wir die methodisch brauchbaren Projektaspekte übernehmen,diese ggf. aus unserem Methodenfundus ergänzen und den Prozess in präziser Absprache mit der Arbeitsinspektion neu aufsetzen.  Weitere Informationen anfordern..

Weiterbildung/Seminare

 

Broschüre – Evaluierung psychischer Belastungen im Baugewerbe

Aktuell und branchenspezifisch – Hinweise wie man die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Baugewerbe vorantreibt findet man in einer Broschüre der WK-Bauinnung.

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Studie: Psychische Belastungen – Burnout – Bildungspersonal

8.4.2014  Besonders Lehrer sind häufig von Erschöpfung und Burn-Out betroffen. Woran das liegt, zeigt eine neue Studie zu psychischen Erkrankungen durch die Strapazen des Berufs. Die zunehmende Zahl der Fälle könnte zu einem ernsthaften Problem für die Schulbildung in Deutschland werden, warnen Experten.

Burn-Out ist ein Mode-Phänomen geworden. In den Medien ist ständig die Rede davon – oft im Zusammenhang mit angeblich faulen Lehrern, die sich nur früh verrenten lassen wollten.

Solchen Klischeebildern will der Aktionsrat Bildung entgegen treten. Mit seinem aktuellen Gutachten „Psychische Belastungen und Burn-Out beim Bildungspersonal“. Denn eines stimmt – Lehrer sind besonders häufig von Burn-Out betroffen. Pädagogen in Leitungsfunktionen etwa, also beispielsweise Schuldirektoren, sind mehr als dreimal so anfällig für Burn-Out-Diagnosen wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Aber auch in der Wirtschaft nimmt das Problem „Burn-Out“ zu, sagt Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, die das Gutachten mitfinanziert hat.

„Psychische Erkrankungen verursachen enorme Kosten. So entstehen alleine den bayerischen Arbeitgebern im Jahr rund 330 Millionen Euro Kosten durch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Deutschlandweit sind es rund 2 Milliarden. Bedenkt man also, dass dem Bildungspersonal im Hinblick auf die Bildungsqualität die zentrale Rolle zukommt, spricht alles dafür, dass Bildungspolitik und Bildungs-Einrichtungen dazu aufgefordert sind, ihren Beitrag zur Prävention und Intervention bei psychischen Erkrankungen zu leisten.“

Das heute vorgestellte Gutachten über Burn-Out im Bildungssektor sei eine besorgniserregende Analyse, sagt Prof. Dieter Lenzen, der Vorsitzende des Aktionsrates Bildung. „Bleibe der Status Quo erhalten“, so Lenzen, dann seien Abstriche in der Bildungsqualität in Deutschland die Folge. Das werde auch Auswirkungen auf den Ausbildungsstatus der kommenden Generationen haben.  Alfred Gaffal von der bayerischen Wirtschaft fürchtet langfristige Effekte.

Wirtschaft rechnet mit hohen finanziellen Schäden durch Burn-Out

„Und deshalb erwarten wir von der bayerischen Staatsregierung ein am Bedarf orientiertes Angebot an flächendeckend erreichbaren Service-Einrichtungen, an die sich die Betroffenen und Bildungseinrichtungen bei Bedarf wenden können.“

Das ist nicht die einzige Forderung, die der Aktionsrat Bildung und die Wirtschaft an die Politik richten. Es müsse auch auf mehr Kooperation an den Bildungs-Einrichtungen geachtet werden. „Schule ist kein Ort für Einzelkämpfer, sondern für Teams“, sagte Professorin Bettina Hannover, die Mitautorin der Burn-Out-Studie ist. Stärkeres Miteinander-Arbeiten sei ein hoher Schutzfaktor vor zu großen psychischen Belastungen. Professorin Hannover sieht auch eine große Chance bei den neuen, jungen Lehrern, die in den nächsten Jahren in hoher Zahl an die Schulen kommen. Darin stimmt sie mit Alfred Gaffal überein, der allerdings auch darauf hinweist, dass die Ausbildung und Auswahl dieser Lehrer besonders wichtig sei.

„So muss zum Beispiel die Ausbildung der Lehrer von Anfang an praxis-bezogener erfolgen und noch stärker an der beruflichen Wirklichkeit orientiert werden.“

Einen praktischen Ratschlag für gestresste Lehrer, egal ob jung oder alt, gab bei der Präsentation des Gutachtens Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrer-Verbandes. Er riet den Lehrkräften, sie sollten im täglichen Schulalltag einfach mehr an sich abprallen lassen.

Zur Studie

Gutachten downloaden: ARB_Gutachten_Burnout

Schweizer Datenbasis zu arbeitsbedingten psychischen Belastungen – Ergebnisse analog Österreich

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung wird seit 1992 alle fünf Jahre durch das Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt. 2012 hat die fünfte Befragung, die Teil des Erhebungsprogramms der schweizerischen Volkszählung ist, stattgefunden. Insgesamt beteiligten sich 21’597 in einem Privathaushalt der Schweiz wohnhafte Personen ab 15 Jahren. Es handelt sich dabei um ein telefonisches Interview, gefolgt von einem schriftlichen Fragebogen.

Knapp ein Fünftel der Erwerbstätigen starken psychischen Belastungen im Beruf ausgesetzt

Beinahe jeder fünfte Erwerbstätige erlebt meistens oder immer Stress bei der Arbeit. Personen mit viel Stress weisen gleichzeitig fünf Mal öfter Symptome einer Depression auf. Die Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen infolge psychischer Probleme hat in den letzten 15 Jahren zugenommen. Ebenfalls hat die Anzahl Brillenträger zugenommen. Fast zwei Drittel der Bevölkerung tragen eine Brille oder Kontaktlinsen. Solche und weitere Erkenntnisse gehen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2012 des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Mehr als 160 Standardtabellen informieren über den Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung.

Die grosse Mehrheit der Bevölkerung schätzt ihre Gesundheit (83%) und ihre Lebensqualität (92%) als gut oder sehr gut ein. Trotzdem sind 18 Prozent durch psychische Belastungen beeinträchtigt. Hohe Anforderungen im beruflichen Leben können zu gesundheitlichen und psychischen Belastungen beitragen. 17 Prozent der Erwerbstätigen erleben immer oder meistens Stress bei der Arbeit, zusätzliche 44 Prozent manchmal. 18 Prozent der Erwerbstätigen stimmen eher oder vollständig der Aussage zu, sich bei der Arbeit emotional verbraucht zu fühlen. Dies kann als Anzeichen einer Burnout-Gefährdung betrachtet werden. Personen, die viel Stress bei der Arbeit erleben oder Burnout gefährdet sind, weisen eine fünf respektive sechs Mal höhere Wahrscheinlichkeit für eine Depression auf als Erwerbstätige, die diesen Belastungen nicht ausgesetzt sind.

Mehr lesen: Presseaussendung

 

ASchG 2013 – betriebliche Lernerfahrungen

Das ASchG 2013 mit dem Schwerpunkt “verpflichtende Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen” ist im 3. Jahr; die Betriebe handeln diesbzgl. nun immer professioneller. Die Arbeitspsychologie hat sich etabliert,spezifische Probleme des Evaluierungsprozesses treten nunmehr in der Vordergrund. (mehr …)

Video: Psychische Fehlbelastungen – Ursachen – Handlungsnotwendigkeiten

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