Evaluierung psychischer Belastungen Arbeitspsychologie – Beratung – Seminare

Leitfaden für die Arbeitsplatzevaluierung im Lebensmittelhandel erschienen (09/2017)

Der Leitfaden für die Arbeitsplatzevaluierung im Lebensmittelhandel ist September 2017 erschienen (Hrsg.: Sozialministerium,Zentrales Arbeitsinspektorat),- und zwar im Rahmen der ÖAS – Österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie 2013-2020.

Das ASchG beinhaltet den gesetzlichen Auftrag an ArbeitgeberInnen, Gefahren in Zusammenhang mit der Arbeit in Eigenverantwortung zu ermitteln, zu beurteilen und in Folge Maßnahmen zu deren Beseitigung oder weitestgehenden Reduzierung festzulegen, zu dokumentieren und durchzuführen.

Der Leitfaden besteht aus einem Informationsteil und einem Dokumentationsteil.
Er ermöglicht eine strukturierte und vollständige Evaluierung des Arbeitsplatzes. Ziel ist die laufende Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die eine Vermeidung von Arbeitsunfällen und eine Minimierung von arbeitsbedingten Krankenständen bewirken soll. Damit soll die kontinuierliche Hebung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzstandards in Betrieben ebenso erreicht werden wie die Bewusstseinsbildung für den Nutzen und die Vorteile, die sich durch eine vollständige Evaluierung und die umgesetzten Maßnahmen ergeben.

Download: ÖAS-Leitfaden_für_die_Arbeitsplatzevaluierung_im_Lebensmittelhandel

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Häufigkeit der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen

Um hier für bessere Transparenz zu sorgen hat das Sozialministerium einen Podcast bzw. dessen Abschrift im Web gepostet. Bekannterweise gibt es keinen Terminzwang zur Wiederdurchführung einer Evaluierung, sehr wohl aber gesetzlich begründete Vorgaben,wann hier wiederum gehandelt werden muss. Wir zitieren aus der Abschrift:

„Für die Überprüfung und ggf. Anpassung der bereits bestehenden Arbeitsplatzevaluierung sind im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz Anlassfälle genannt…

Wichtig ist es, dass es im Unternehmen ein System gibt, also eine Möglichkeit mit der rechtzeitig erkannt werden kann, dass die Arbeitsbedingungen erneut geprüft und ggf. angepasst werden, um zu vermeiden dass es zu ersten ungünstigen Folgen für den Betrieb und die Beschäftigten kommt…

Solche Anlassfälle können in der Praxis z.B. betrieblichen Veränderungen, wie Umstrukturierung, Umstellungen auf Alleinarbeitsplätzen, hohe Krankenstände, Unfälle im Arbeitsbereich, Arbeitszeitüberschreitungen, aber auch plötzlich auftretende psychische Belastungen .. darstellen“.

Wie handhaben problembewusste Betriebe nun derartige Vorgaben?

Sinnhafterweise wird einerseits häufig die kostenneutrale Möglichkeit genutzt bis zu 25% der jährlichen vorgeschriebenen Präventionszeiten für Arbeitspsychologie zu verwenden (vgl. „System im Betrieb“). Andererseits werden in realen Betrieben heutzutage sehr häufig Anforderungen zur Überprüfung der Evaluierung produziert („Umstrukturierung“, „Krankenstände“, „Arbeitszeitüberschreitungen“ etc.), die insofern sachlogisch eine Neuüberprüfung im Rahmen von spätestens 2-3 Jahresfristen nahelegen bzw. keine plausible Begründung für die Unterlassung einer  Re-Evaluierung ermöglichen.

Je nach Branche und Arbeitsintensität empfiehlt es sich daher in präventiver Hinsicht das Evaluierungsthema mit einem klar definierten Zeithorizont auszustatten und derart ggf. eine Reevaluierung zeitgerecht zu planen/anzusetzen.

AOK-Studie: Arbeitsausfall durch psychische Krankheiten um 80 Prozent gestiegen

Stress und hohe Arbeitsverdichtung fordern ihren Tribut. In den vergangenen zehn Jahren konnte immer mehr Arbeit nicht erledigt werden, weil Beschäftigte sich teilweise wochenlang krankmeldeten.

Ergonomische Bürostühle, sorgfältig aufgestellte Computerbildschirme in den Büros, Roboter für schwere Traglasten in den Fabriken: Die körperlichen Belastungen haben die Arbeitsmediziner inzwischen erfolgreich gemindert. Stress und psychische Belastungen haben sie dagegen immer schlechter im Griff.

Das belegen auch die Zahlen der Krankenkassen: Nach Angaben des AOK-Bundesverbandes ist der Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren mit 79,3 Prozent überproportional stark gestiegen. Mit 25,7 Tagen je Fall lagen die Ausfallzeiten 2016 an der Spitze aller Erkrankungen und dauerten mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,7 Tagen je Fall. Dabei stieg sowohl die Zahl der psychisch Erkrankten insgesamt als auch die Ausfallzeit je Patient.

Während der Krankenstand nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei allen 71 Millionen gesetzlich Versicherten im vergangenen Jahr angestiegen ist, blieb er bei den AOK-Versicherten mit 5,3 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr. Damit hat jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Betrieb gefehlt. Der AOK-Bundesverband will im Laufe des Vormittags seinen aktuellen Fehlzeiten-Report vorstellen.

Forum Safety-Nachlese – Vortrag Dr.Blind als download

Die IMH-Tagung/Forum Safety vom 27.-29.6. in Wien war ein inhaltliches Higlight der Arbeitsschutzszene 2017. Top-Organisation,hochqualifizierte Vorträge und ein sehr angenehmes Ambiente zeichneten diesen Event aus.

Für Interessierte gibt es den Vortrag von Dr.Blind zur Evaluierungsthematik hier als Download:

Referat Dr.Blind 27.6.2017

Inhalte Vortrag Dr.Blind
Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen: Ein Thema, das Aufmerksamkeit verlangt
  • Psychische Belastungen und Beanspruchungen – arbeitspsychologische Grundlagen
  • Psychische Belastungen in der betrieblichen Realität
  • Präventionsmöglichkeiten
  • Wie können psychische Belastungen evaluiert werden?
  • Maßnahmenableitung und -planung im Kontext des ASchG
  • Dokumentation und Wirksamkeitskontrolle

Urteil: Burnout – Kündigung – Firma muss 25.000 Euro bezahlen

Wien – Ein Unternehmen ist wegen der fristlosen Kündigung einer Mitarbeiterin, die wegen eines Burnouts und Depressionen krankgeschrieben war, zu 25.000 Euro Entschädigung verurteilt worden.

Laut Wiener Arbeiterkammer hatte ein vom Arbeitgeber beauftragter Detektiv die Frau belästigt und bei einem Konzert ihres Lebensgefährten fotografiert. Die Ärztin, welche die Arbeitnehmerin krankgeschrieben hatte, riet ihrer Patientin, am gesellschaftlichen Leben weiterhin teilzunehmen, Sport zu treiben und auszugehen, so die AK am Mittwoch in einer Aussendung.

Sie solle sich ja nicht einigeln, betonte die Medizinerin und ließ nicht zuletzt deshalb die Ausgehzeiten offen. Die Frau sei nicht bettlägerig und solle machen, was ihr guttue. Die Arbeitnehmerin besuchte daraufhin das Konzert ihres Lebensgefährten, wo sie der von ihrer Firma beauftragte Detektiv ablichtete. Das Unternehmen entließ seine Mitarbeiterin daraufhin fristlos. Diese wandte sich an die AK, die nachwies, dass die Hausärztin volle Ausgehzeiten zuerkannt hatte und ihr Verhalten ihrer Genesung zuträglich war. Die Arbeitnehmerin nahm ihre Therapie ernst und befolgte auch alle anderen Empfehlungen ihrer Ärzte.

Die Arbeiterkammer argumentierte vor, dass sich deshalb nicht ableiten ließ, dass die Arbeitnehmerin ihren Krankenstand bewusst verlängert oder vorgetäuscht hätte. Das sahen auch das Arbeits- und Sozialgericht Wien sowie das Oberlandesgericht so. Der Frau wurden in zweiter Instanz mehr als 25.000 Euro als Entschädigung zugesprochen.

Vortrag Dr.Blind -Forum Sicherheit: Safety – Wien 27.-29.6.2017

Forum Sicherheit: Safety

27.06.2017 – 29.06.2017, Wien – Info

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Praxis

  • Alternsgerechte Arbeitsplätze: Erfahren Sie wie altersspezifische Unfall- und Gesundheitsrisiken minimiert werden können
  • Belastungsfaktor Lärm: Welche Präventionsmaßnahmen können getroffen werden?
  • Wirkung und Gefahren von elektromagnetischen Feldern am Arbeitsplatz
  • Wie bekommt man das Thema Sicherheit in die Köpfe?
  • Damit Sie wieder ruhig schlafen können: Schwachstellen und Risiken identifizieren – aber wie?

Vortrag Dr.Blind,27.6.2017 – 15.30 h

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen: Ein Thema, das Aufmerksamkeit verlangt

  • Psychische Belastungen und Beanspruchungen – arbeitspsychologische Grundlagen
  • Psychische Belastungen in der betrieblichen Realität
  • Präventionsmöglichkeiten
  • Wie können psychische Belastungen evaluiert werden?
  • Maßnahmenableitung und -planung im Kontext des ASchG
  • Dokumentation und Wirksamkeitskontrolle

Mag. Dr. Christian Blind, Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologe

„Stress-Studie“ – 64% der Beschäftigten wünschen eine anonyme Erhebung der Stressfaktoren am Arbeitsplatz

Wien (OTS) – 39 Prozent aller Österreicher fühlen sich durch Stress im Beruf erheblich beeinträchtigt, 25 Prozent durch Stress in der Freizeit. Beinahe jeder Vierte nähert sich dem Ende seiner Kräfte und steuert auf den Burnout zu. Neben dem Job ist es auch die wachsende Belastung im Privatleben, die vielen Menschen zu schaffen macht. Dies geht aus einer aktuellen repräsentativen Studie der Allianz Versicherung hervor. Die höchste berufliche Stressbelastung trifft hierzulande die Lehrer (45 Prozent), gefolgt von Handelsangestellten (43 Prozent) und Verkehrsbediensteten (42 Prozent). Am wenigsten Stress gibt es im öffentlichen Dienst, im Gesundheitswesen und in der Industrie. Arbeiter fühlen sich gestresster als Selbständige, jüngere Menschen mehr als ältere, und Männer mehr als Frauen.

Jung und gestresst

„Die Burnout-Bedrohung setzt offensichtlich immer früher ein“, kommentiert Dr. Inge Schulz, Leiterin Human Resources der Allianz Gruppe in Österreich, die Umfrageergebnisse. So empfinden bereits 41 Prozent der 18- bis 34-Jährigen eine akute Stressbelastung am Arbeitsplatz, mehr als jede andere Altersgruppe. „Wer im Beruf zu Stresssymptomen neigt, tut das zumeist auch im Privatleben – und umgekehrt“, berichtet Schulz. Termindruck sei dabei der Stressmotor Nummer Eins, wie die Umfrage zeigt. Zu den beruflichen Verpflichtungen geselle sich der „Freizeitstress“, der bereits für jeden Vierten ein schwer erträgliches Ausmaß angenommen hat. Im Privatleben wurden darüber hinaus die familiären Belastungen – von der Kindererziehung über Haushaltsaufgaben bis zur Pflege und Betreuung der älteren Generation – als massive Stressfaktoren genannt.

„Beruf über alles“ ist gefährlich

Freilich kann auch die komplette Fokussierung auf den Beruf zu akutem Stressempfinden führen und auf längere Sicht zur Bedrohung der Gesundheit werden. 22 Prozent aller Berufstätigen, und zwar vor allem die jüngeren Männer, stellen gemäß der aktuellen Allianz Umfrage den Beruf über alles andere und ordnen im Bedarfsfall auch ihr Privatleben unter. In dieser Gruppe findet sich, wie die Studie zeigt, auch ein erhöhter Anteil an Personen, die über einen schlechten Gesundheitszustand klagen. Am häufigsten ist die Einstellung „Beruf über alles“ in Handwerk und Gewerbe zu finden, gefolgt von Handel und Tourismus, selten im Transportwesen, Sozialbereich und öffentlichen Dienst.  (mehr …)

Gefährdungsbeurteilung psychosozialer Belastungen im europäischen Vergleich

Diese aktuelle Studie – Hrsg.Hans Böckler Stiftung – vermittelt Erkenntnisse zu Ausgangsbedingungen, Akteurskonstellationen und Verläufen der Gefährdungsbeurteilung psychosozialer Belastung unter jeweils unterschiedlichen nationalen Handlungsbedingungen. Im Rahmen des zugrundeliegenden Projektes wurden zehn betriebliche Fallstudien — ergänzt durch Interviews mit überbetrieblichen Experten und Dokumentenanalysen — in vier europäischen Ländern durchgeführt: in Schweden, Dänemark, Großbritannien und Spanien.

Zur Studie

Fallbeispiel: UVS – Verfahren – unterlassene Evaluierung

Selten sind juristisch-verfahrensmäßige Erkenntnisse bzgl. ASchG-bezogenen Problemen bzw. der Evaluierung psychischer Belastungen/Unterlassung expressis verbis zugänglich. Insofern ist der Spruch des UVS Steiermark (GZ 30.13-114) in Sachen der Berufung einer Heimleiterin (Pflegeheim) von Interesse.

„Spruchpunkt 2.): Zumindest … sei keine Evaluierung (Gefährdungsbeurteilung) über die psychischen Belastungen der ArbeitnehmerInnen durchgeführt worden. Wegen Verletzung des § 4 ASchG wurde gemäß § 130 Abs 1 Z 5 ASchG eine Geldstrafe in Höhe von € 300,–, für den Fall der Uneinbringlichkeit gemäß § 16 VStG eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen verhängt.  (mehr …)

Nachhaltigkeitsberichterstattung und Evaluierung

Nationalrat beschloss Gesetz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Ein paar hundert Unternehmen sollen von dem neuen Gesetz (15.12.2016) betroffen sein. Diese sind nun verpflichtet, über ihre soziale und ökologische Verantwortung wie der Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte, sowie Umweltauflagen zu berichten und zu publizieren. Das Gesetz ist die Umsetzung der Änderung der Bilanz-Richtlinie der Europäischen Union.

EU-Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung  (mehr …)

Digitaler Stress – Studie 2016

Eine neue Studie der Technikerkrankenkasse zeigt alarmierende Befunde – die Folgen der Digitalisierung der Arbeits- und auch Lebenswelt sind enorm. Gegensteuern im Sinne nachhaltiger Problemlösungen ist angesagt.

Mehr Lesen

Arbeitsproduktivität,Urlaub/Freizeit,psychische Belastungen

Arbeitspsychologie SalzburgInterview mit Prof. Rudolf Winter-Ebmer (Linz) und Dr.Christian Blind (Salzburg).

In der  online-Ausgabe der NZZ ist hierzu ein ausführlicher, tlw. überraschender Artikel erschienen, der die Relevanz der Thematik Urlaub/Freizeit und Arbeitsproduktivität/Stress in Österreich  eingehend behandelt. Die angeführten Interviews bieten hierzu facheinschlägige Inputs zum Thema.

NZZ-Artikel lesen

Interview Dr.Blind

Interview Dr.Blind zu Belastungsevaluierung und Betrieblicher Gesundheitsförderung. Lesen..

Fehlzeitenreport 2017

Die menschengerechte Arbeitsgestaltung für alle Altersgruppen ist der Schlüssel zu alternsgerechter gesunder Arbeit. Das zeigt der Fehlzeitenreport 2017 des WIFO und verweist – einmal mehr – auf gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse. Gesunde und sichere Arbeitsplätze sind der Motor des wirtschaftlichen Erfolgs und die ArbeitnehmerInnen gewinnen gesunde Lebensjahre. Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht ernst nehmen, die Evaluierung physischer und psychischer Arbeitsbelastungen durchführen und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten auch umsetzen.

Im Vergleich zum Jahr 2015 kam es 2016 in Österreich zu einem leichten Rückgang der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Die unselbstständig Beschäftigten waren im Jahresverlauf durchschnittlich 12,5 Tage im Krankenstand, um rund 1,3 % weniger als 2015 (12,7 Tage). Dieser Wert entspricht einer Krankenstandsquote von 3,4 % (2015: 3,5 %).

Langfristig gesehen ist das Krankenstandsniveau in Österreich derzeit vergleichsweise niedrig: Die krankheitsbedingten Fehlzeiten erreichten 1980 ihren Höchstwert, als pro Kopf 17,4 Krankenstandstage anfielen und die Krankenstandsquote bei 4,8 % lag. In den Jahren 1990 und 2000 waren die Beschäftigten durchschnittlich 15,2 Tage bzw. 14,4 Tage krankgeschrieben. Der langjährige Trend zu einer Verkürzung der Dauer der Krankenstandsfälle setzte sich auch 2016 fort. Kurzkrankenstände stellen aktuell 40 % aller erfassten Krankenstandsfälle dar. Gemessen an der Summe der Krankenstandstage ist ihr Gewicht aber gering und liegt bei 8,6 % aller krankheitsbedingten Fehlzeiten. <!–more>

Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit werden zielgerichtet weiterentwickelt
Alexander Hagenauer, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, unterstreicht, dass eine gesunde Arbeitswelt einen wesentlichen Beitrag für ein längeres und selbstbestimmtes Leben bei guter Gesundheit leistet. „Sowohl die Sozialversicherung als auch die Betriebe setzen hier bereits viele Präventionsmaßnahmen um. Die Analyse der Fehlzeiten ist dabei ein wichtiger Ansatzpunkt, unsere Präventionsaktivitäten zielgerichtet noch weiter auszubauen. Gerade, wenn es darum geht, ältere Menschen im Erwerbsleben zu halten, braucht es gemeinsame Anstrengungen der betrieblichen Akteure sowie entsprechende Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse der diesjährigen Untersuchung zeigen, dass der Einsatz von alters- und alternsgerechten Maßnahmen in Unternehmen die Erwerbsbeteiligung älterer ArbeitnehmerInnen erhöht. Welche Ansatzpunkte es hier national wie international gibt, wird im Fehlzeitenreport ausführlich dargelegt“,so Alexander Hagenauer abschließend.

Vorsorge statt Reparatur
„Die Pensionsversicherung folgt dem Grundsatz von Vorsorge statt Reparatur und verstärkt jene Maßnahmen, welche die Menschen zu einem nachhaltig gesünderen Lebensstil anleiten. Durch Früherkennung und Prävention soll der Versicherungsfall der Arbeitsunfähigkeit effektiver verhindert werden. So wird derzeit das Projekt Gesundheitsvorsorge Aktiv (GVA) österreichweit ausgerollt. Und mit Reha-JET orientiert sich ein Rehabilitations-Programm erstmals ganz intensiv an den konkreten Anforderungen, die Beruf und individueller Arbeitsplatz an die Menschen stellen. Mit diesem Modell, das für ‚Rehabilitation für Job, Erwerbstätigkeit und Teilhabe‘ steht, wird die integrierte medizinisch-berufliche Reha weiter ausgebaut“, erläutert Manfred Anderle, Obmann der Pensionsversicherungsanstalt.

Erhalt und rasche Wiedererlangung der Gesundheit
Sehr erfreulich ist die Fortsetzung des langfristig rückläufigen Trends bei Arbeitsunfällen: Die Unfallquote der Beschäftigten erreichte 2016 mit 3,2 % einen historischen Tiefststand und hat sich seit 1974 (7,6 %) um 58 % mehr als halbiert. Der Rückgang der Unfallquote ist auch bei kürzerer Betrachtungsweise mit 20 % seit 2007 beträchtlich. „Das ist vor allem dem Engagement unserer Betriebe im ArbeitnehmerInnenschutz zu verdanken“, so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich.

Schwerpunktthema sind ältere ArbeitnehmerInnen
Das Schwerpunktthema des diesjährigen Fehlzeitenreports widmet sich der äußerst wichtigen Gruppe der älteren ArbeitnehmerInnen. „Die Betriebe wissen um den Mehrwert von Investitionen in diesem Bereich. Zahlreiche good practices dokumentieren die betrieblichen Maßnahmen zum Erhalt bzw. der raschen Wiedererlangung der Gesundheit. Die von den Sozialpartnern initiierte neue Wiedereingliederungsteilzeit trägt zusätzlich dazu bei, Menschen länger gesund und in Beschäftigung zu halten und dadurch einen Beitrag zum Abbau des Fachkräftemangels zu leisten“, so Martin Gleitsmann abschließend.

Gesunde und sichere Arbeitsplätze als Motor des wirtschaftlichen Erfolgs
„Die menschengerechte Arbeitsgestaltung für alle Altersgruppen ist der Schlüssel zu alternsgerechter gesunder Arbeit. Das zeigt der Fehlzeitenreport 2017 des WIFO und verweist – einmal mehr – auf gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse. Gesunde und sichere Arbeitsplätze sind der Motor des wirtschaftlichen Erfolgs und die ArbeitnehmerInnen gewinnen gesunde Lebensjahre“, sagt Alexander Heider, Leiter der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Arbeit in der Arbeiterkammer Wien. „Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht ernst nehmen, die Evaluierung physischer und psychischer Arbeitsbelastungen durchführen und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten auch umsetzen. Für über 50-Jährige sind beispielsweise Arbeitsanforderungen mit weniger starkem Zeitdruck und mehr Pausen für Erholung altersadäquat. Um länger gesund zu bleiben, empfiehlt die Arbeitswissenschaft für über 55-Jährige eine tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden oder kürzer. 12-Stunden-Arbeitstage würden hier in eine gesundheitspolitische Katastrophe führen und ältere ArbeitnehmerInnen dafür mit ihrer Gesundheit bezahlen“, führt Heider aus.

Arbeit mit Kundenkontakt – spezifische Belastungen und Herausforderungen

Beschäftigte mit ständigem Kundenkontakt erbringen tagtäglich eine besondere, aber leider sehr oft nicht sichtbare Leistung: Sie müssen zu ihren Kunden/-innen immer freundlich sein, egal wie es ihnen gerade selber geht oder wie herablassend der Kunde/die Kundin gerade ist. Es wird mit Menschen gearbeitet, die jeweils eigene Interessen und Bedürfnisse haben. Daher benötigt diese besondere Arbeit auch eine besondere Anerkennung, höhere Entlohnung und Wertschätzung!

Die Ergebnisse der zweiten europaweiten Unternehmensbefragung der EU-OSHA, kurz ESENER-2, zeigen, dass der größte Risikofaktor in Betrieben der Umgang mit schwierigen Kunden/-innen, Patienten/-innen bzw. Schülern/Schülerinnen ist (58 Prozent). Erst an siebter Stelle steht der Risikofaktor Zeitdruck! In den Branchen Handel, Transport, Gastgewerbe/Beherbergung und Erholung ist dieser Wert mit 62 Prozent sogar noch höher.

Mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung

Entscheidend für die Zufriedenheit der Beschäftigten ist es, Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten. Nur gut die Hälfte der Beschäftigten mit Kundenkontakt ist mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in ihrem Unternehmen zufrieden, bei den Aufstiegsmöglichkeiten sind es noch weniger. Gerade für schwierige Situationen mit Kunden/-innen bräuchten die Beschäftigten die richtigen Kompetenzen, wie z. B. Konflikttraining oder Deeskalationstraining. Die Fähigkeit, mit schwierigen Kunden/-innen richtig umzugehen, kann nicht vorausgesetzt werden, sie muss vielfach erlernt und trainiert werden, sonst droht eine Überforderung der Beschäftigten. Wichtig sind auch klare Regelungen für den Umgang mit unangemessenem Verhalten respektloser oder aggressiver Kunden/-innen – die Beschäftigten müssen sich auf entsprechende Unterstützung verlassen können.

Lob und Anerkennung durch die/den Vorgesetzte/n

Eine wichtige selbstwertdienliche Ressource für die Beschäftigten ist neben der Bezahlung die Wertschätzung in Form von Lob und Anerkennung sowohl durch Kunden/-innen als auch durch die Führungskraft. Auch ein positives Arbeitsklima, ein gutes Miteinander im Team, Rückhalt durch die/den Vorgesetzte/n, wenn sich Kunden/-innen nicht zu benehmen wissen, wirken positiv und entlastend auf Mitarbeiter/-innen mit Kundenkontakt. Gefordert ist insbesondere eine wertschätzende Führungskultur,die es ggf. herbeizuführen gilt..

Leiharbeiter – 38% mehr Krankenstandstage als Festangestellte

Leiharbeiter fallen häufiger krankheitsbedingt aus als fest angestellte Mitarbeiter. Das geht aus einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Leiharbeiter fehlten demnach im vergangenen Jahr an durchschnittlich 20,3 Tagen. Das sind 5,6 Tage mehr als bei Arbeitnehmern in regulären Jobverhältnissen. Diese fehlten im Durchschnitt 14,7 Tage.

 Die Situation hat sich der Auswertung zufolge in den vergangenen Jahren verschlechtert. 2008 waren beispielsweise Leiharbeiter nur an 14,7 Tagen krank.

Es seien vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen, die bei Leiharbeitern zu mehr Krankheitstagen führten. Im Schnitt an 4,5 Tagen im Jahr fehlten sie aus diesem Grund. Bei Festangestellten waren es nur 2,8 Tage. Bei psychischen Erkrankungen waren es bei Leiharbeitern der Kasse zufolge durchschnittlich 3,4 Krankheitstage pro Jahr gegenüber 2,4 Tagen im Rest der Wirtschaft.

Nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse ist Ursache für die höheren Fehlzeiten, dass viele Zeitarbeiter körperlich schwer arbeiten müssen. Die psychischen Beschwerden werden häufig dadurch verursacht, dass die fachliche Qualifikation oft vom Einsatzgebiet abweiche. Auch die Einkommenssituation von Leiharbeitern sei oft belastend.

 Zeitarbeiter sind oft jünger

„Leiharbeiter üben öfter anstrengende, auch monotone Tätigkeiten aus, haben längere Fahrtwege zur Arbeit, die Arbeitszeiten wechseln öfter – diese Menschen müssen sich immer wieder an veränderte Betriebssituationen anpassen“, sagte Johannes Jakob, Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das erhöhe das Risiko für Krankheiten. Der häufige Wechsel der Arbeitsplätze führe auch zu einem erhöhten Unfallrisiko. Gefahren am neuen Arbeitsplatz seien unbekannt.

Leiter der TK-Landesvertretung NRW Günter van Aalst sagte: „Zeitarbeiter empfinden die Arbeitsplatzunsicherheit, schlechtere Jobperspektiven und die Einkommenssituation als besonders belastend. Zudem sind sie wesentlich jünger und üben eher geringer qualifizierte Tätigkeiten aus, das wissen wir aus früheren Studien.“ Die Techniker Krankenkasse fordert die Arbeitgeber dazu auf, die Leiharbeiter in das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) mit einzubeziehen.

Seit April 2017 ist ein neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in Kraft getreten. Damit sollen Leiharbeiter vor Missbrauch geschützt werden. Die Arbeiter sollen höchstens 18 Monate an einen Arbeitgeber ausgeliehen werden und nach neun Monaten den gleichen Lohn wie die Festangestellten des Betriebs bekommen.

Die TK wertete die Krankschreibungen der rund 1,1 Millionen TK-versicherten Erwerbspersonen für das Jahr 2016 in NRW und rund 207.000 TK-versicherten Erwerbspersonen in Hamburg aus.

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Burn-out-Studie des Anton-Proksch-Instituts

Burn-out ist vor allem in den ersten und in den letzen Arbeitsjahren ein Problem. Das ergab eine Studie von „Burn Aut“ und Anton-Proksch-Institut im Auftrag des Sozialministeriums. Insgesamt sind laut der aktuellen Studie acht Prozent von Burn-out betroffen. 19 Prozent der Befragten sind dem Problem-, 17 Prozent dem Übergangsstadium zuzuordnen.

Laut der Studie ist in der Gruppe der unter 30-Jährigen ein besonders hoher Anteil an Burn-out-Gefährdungen zu beobachten. Begründet wird das von den Studienautoren damit, dass man gerade in diesem Alter dem Druck am Arbeitsplatz besonders ausgesetzt sei, etwa unter dem Aspekt des „Fußfassens in der Arbeitswelt“ und der „Umsetzung der Lebensplanung“.

Dass ab 50 das Burn-out-Risiko wieder steigt, könnte auf eine tatsächlich oder vermeintliche sinkende kognitive Leistungsfähigkeit sowie auf die Angst, von Jüngeren verdrängt zu werden und den Arbeitsplatz zu verlieren, zurückzuführen sein. In der Mittelgruppe um das 40. Lebensjahr hätten sich Arbeitnehmer in der Regel an die Situation angepasst, so Michael Musalek, Studienautor und Leiter des Anton-Proksch-Instituts, im Ö1-Mittagsjournal – Audio dazu in oe1.ORF.at.

Arbeitszeit als Gefährdungsfaktor

Zu den gefährdeten Gruppen gehören Personen, die mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Den Betroffenen falle es zunehmend schwerer, sich von ihrer Arbeit zu distanzieren, schreiben die Studienautoren. Ebenso verbleibe wenig Zeit zur Entwicklung von „funktionalen Kompensationsmechanismen“ – also Freizeitaktivitäten und Erholung. Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) nahm diese Ergebnisse zum Anlass, einmal mehr vor einem generellen Zwölfstundentag zu warnen.

In den Empfehlungen der Studie heißt es dann auch, dass eine Wochenarbeitszeit von mehr als 40 Stunden nur zeitlich begrenzt möglich sein sollte. In Fragen wie der Nachtarbeit ist für Musalek entscheidend, dass sich Arbeitnehmer auf die Arbeitszeit einstellen können und im Arbeitsprozess entsprechend Rücksicht genommen wird.

Qualität der Zusammenarbeit entscheidend

Eine wesentliche Rolle in der Burn-out-Prävention spielt laut Musalek die Arbeitsqualität und vor allem die Zusammenarbeitsqualität am Arbeitsplatz. Es kommt zudem immer auf die Rahmenbedingungen an. Lärm und Schmutz können gemäß der Studie zu depressiven Verstimmungen führen, ebenso Hitze und Kälte. Mangelnde Beleuchtung wiederum führt zu reduzierter Belastbarkeit.

Insgesamt ortet Musalek beim Thema Burn-out eine hohe Übereinstimmung mit der Arbeitssucht, aber auch große Überlappungsfelder zu anderen Suchtformen. Dabei seien die Alkohol- und Tranquilizersucht ein großes Problem, auf dem Vormarsch seien aber auch Kokain- und Amphetaminabhängigkeit. Zu den Mitteln werde verstärkt gegriffen, um den Leistungsabfall zu kompensieren.

Zeit- und Arbeitsdruck belastet Arbeitnehmer

Ähnliche Ergebnisse wie die Studie lieferte ein im Mai veröffentlichter Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich. Für viele Beschäftigte werde es zunehmend schwierig, die steigenden Anforderungen im Beruf mit dem Bedürfnis nach einem erfüllten Privat- und Familienleben in Einklang zu bringen und den eigenen hohen Ansprüchen an die Qualität der Arbeit gerecht zu werden.

Für den Arbeitsklimaindex wurde auch das Thema psychischer Stress beleuchtet. Ein knappes Viertel der Beschäftigten fühlt sich durch Zeitdruck belastet, etwa ein Sechstel durch ständigen Arbeitsdruck. Jeweils rund ein Zehntel aller Beschäftigten empfindet technische oder organisatorische Änderungen sowie wechselnde Arbeitsabläufe als stressig. 52 Prozent der Beschäftigten machen gelegentlich, 17 Prozent sogar häufig Überstunden.

„Um Burn-out zu verhindern, reicht es nicht, die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu erheben. Die Arbeitgeber müssen die Ergebnisse der Evaluierung ernst nehmen und wirksame Maßnahmen gegen krankmachende Arbeitsbedingungen umsetzen“, sagte AK-Präsident Johann Kalliauer damals.

Stress,Belastungen-Burnout – Arbeitsklimaindex 2017

Vier von zehn machen sich Sorgen um Kollegen/-innen

Fast jeder dritte Beschäftigte in Österreich kennt Fälle von Burnout im eigenen Betrieb und ebenfalls rund ein Drittel sieht sich zumindest leicht burnoutgefährdet.

Für knapp ein Drittel der Beschäftigten sind die Belastungen in der Arbeit zu hoch. Das trifft insbesondere auf Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss zu: In dieser Gruppe gibt sogar fast die Hälfte der Beschäftigten an, unter zu hohen Arbeitsbelastungen zu leiden. Das erhöht natürlich den beruflichen Frust sowie die Gefahr, im Job auszubrennen.

Sechs Prozent im Krankenstand

Wegen eines Burnouts waren bisher „nur“ sechs Prozent der Arbeitnehmer/-innen im Krankenstand. Auch hier stechen Absolventen/-innen einer Pflichtschule im negativen Sinne heraus: Bei ihnen ist dieser Anteil doppelt so hoch. Zwischen den Geschlechtern ist das Verhältnis ausgeglichen: Bei den Männern waren bisher sieben Prozent, bei den Frauen sechs Prozent wegen eines Burnouts im Krankenstand.

Ein Drittel ist gefährdet

Greifbarer wird die Problematik beim Blick auf die subjektive Einschätzung der Gefährdung, an einem Burnout zu erkranken: Ein Drittel der österreichischen Beschäftigten sieht sich im derzeitigen Job zumindest leicht burnoutgefährdet.

Auch hier fällt auf, dass die subjektiv wahrgenommene Gefährdung bei Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss deutlich höher ist. Aber auch die Wahrnehmung für hohe Arbeitsbelastungen im eigenen Betrieb ist längst in den Köpfen der Menschen angekommen. Fast vier von zehn Beschäftigten machen sich Sorgen um ihre Kollegen/-innen. Und fast ein Drittel gibt an, im eigenen Betrieb jemanden zu kennen, der bereits wegen eines Burnouts im Krankenstand war.

Burnout ist in den Betrieben zum Thema geworden

Bei sechs von zehn Beschäftigten ist Burnout (noch) kein Thema im Betrieb. Das heißt aber umgekehrt: Bei den übrigen vier von zehn ist es längst zum Thema geworden – und zwar viel mehr zwischen den Kollegen/-innen als bei den Führungskräften: Während in 38 Prozent der Betriebe die Beschäftigten über das Thema Burnout sprechen, so ist die Krankheit in nur 19 Prozent der Firmen ein Thema für die Unternehmensleitung.

Wenn aber tatsächlich jemand erkrankt, reagiert das berufliche Umfeld verständnisvoll: Drei Viertel glauben, dass ihre Kollegen/-innen Verständnis haben, wenn jemand an Burnout erkrankt. Bei Personen, die selbst schon Burnout gehabt haben, erwarten sich sechs von zehn das Verständnis der Kollegen/-innen. Dafür glauben diese Beschäftigten zu drei Viertel, dass die Führungskräfte verständnisvoll mit der Erkrankung umgehen. Unter allen Befragten sind es 69 Prozent.

Quelle AK OÖ – Arbeitsklimaindex 2017

Neue Omdussstelle in der Arbeitsinspektion geschaffen

Wie von Sozialminister Alois Stöger angekündigt, hat das Sozialministerium eine neue Ombudsstelle im Arbeitsinspektorat eingerichtet. Unternehmen können sich mit Fragen und Anliegen genauso an den neuen Ombudsmann Tony Griebler wenden, wie MitarbeiterInnen, die auf potentielle Gefahren an ihrem Arbeitsplatz hinweisen wollen. Die Umsetzung der Ombudsstelle wurde um zwei Monate vorgezogen.

Weitere Infos

Neue digitalisierte Arbeitswelt

Effizienz,Stress,Entgrenzung, Vereinsamung oder Kontrollverlust – wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt wirklich? Einen lesenswerten Artikel des Arbeitspsychologen Christian Korunka finden Sie hier.

Broschüre – Evaluierung bei Berufskraftfahrern

Aus aktuellem Anlass darf an dieser Stelle (nochmals) die AUVA-Broschüre zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen bei KraftfahrerInnen vorgestellt werden.

Download

Psychologische Sicherheit im Unternehmen

Interessante IIR-Veranstaltung: Psychologische Sicherheit im Unternehmen

Wien 30.3.2017, ganztags

Workplace Safety – Vom Konzept zur Umsetzung

  • Welche Auswirkungen hat psychologische Un-Sicherheit auf Ihr Unternehmen
  • Wieviele unterschiedliche Kulturen verträgt ein Unternehmen?
  • HR „Cultural“ Due Diligence bei Akquisitions- und Integrationsprojekten
  • Bei Stress und Veränderungen: Workplace Safety auch in Umstrukturierungen aufrecht erhalten
  • Präventionsmaßnahmen in der Praxis – Der richtige Zeitpunkt der Präventionsarbeit
  • Benefits psychologisch sicherer Unternehmen: Von hoher Produktivität bis zu niedriger Fluktuation

Weitere Infos

 

Wiedereingliederungsteilzeit-Gesetz 2017

Hinweis: Relevanz des Gesetzes

Als relevante Nebenwirkung des Gesetzes ist eine höhere Bewertung der (ASCHG-) Evaluierung psychischer Belastungen und der betrieblichen Gesundheitsförderung zu erwarten. Denn nur seriös aufgestellte präventive Rahmenbedingungen einer Wiedereingliederung (-svereinbarung) ermöglichen eine effektive und rechtssichere (Haftungsfragen!) Umsetzung derselben.

Weitere Infos: Betriebliche Umsetzung 

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Berufsbedingter Stress – Arbeitsgesundheitsmonitor 2016

Lehrer, Regalbetreuer, Textilarbeiter und Sozialwissenschafter sowie Bauarbeiter sind am stärksten psychisch belastet. 2/3 aller Beschäftigten haben berufsbedingten Stress. Das sind die alarmierenden Ergebnisse einer aktuellen Auswertung des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK OÖ.

Die Arbeiterkammer fordert daher, die Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und vor allem die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen ernst zu nehmen.

Der Arbeitsgesundheitsmonitor beschreibt die subjektive gesundheitliche Befindlichkeit der Arbeitnehmer. In einer aktuellen Auswertung wurden die psychischen Belastungen und der arbeitsbedingte Stress der Beschäftigten in Österreich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Fast 30 Prozent aller Beschäftigten sind psychisch stark belastet. Besonders betroffen sind LehrerInnen an Schulen (52 Prozent), RegalbetreuerInnen (45 Prozent), TextilarbeiterInnen und SozialwissenschafterInnen (je 39 Prozent) sowie Bauarbeiter (37 Prozent).

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Arbeitspsychologie-Blog

blog

Unser Fachinformationsmedium  KOMPETENZZENTRUM ARBEITSPSYCHOLOGIE hat ab sofort eine neue Adresse – http://www.arbeitspsychologie.blog   und wird namensgemäß als BLOG in gleich hoher inhaltlicher Qualität medial präsentiert.

Viel Spaß bei Lesen!

Dr.Christian Blind,Herausgeber

Zunahme des Burn-out-Potentials

Betriebsräte schlagen Alarm: Burn-Out-Fälle bereits in jedem zweiten Betrieb

„Bei den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind wir mit Entwicklungen konfrontiert, die mir sehr große Sorgen bereiten“, fasst AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Ergebnisse der neuesten Betriebsräte-Befragung zusammen. Bereits jeder zweite Betriebsrat sagt, dass es aktuell Fälle von Burn-Out im Unternehmen gibt! Fast zwei Drittel der Betriebsratsvorsitzenden melden zurück, dass die psychische Belastung in ihrem Betrieb in den letzten zwölf Monaten zugenommen hat. 

Besonders alarmierend ist für Kalliauer, dass keine Entlastung für die Beschäftigten in Sicht ist: Die Mehrheit der Betriebsräte/-innen geht von einem gleichbleibenden Personalstand aus, jede/-r Vierte sogar von einer Verringerung der Beschäftigtenzahl. Und das, obwohl 80 Prozent der Betriebsräte/-innen mit einer positiven mittelfristigen Geschäftslage rechnen.

Folgen für Betroffene, Firma und Gesellschaft

Diese Entwicklung – die ständige Erhöhung des Drucks auf die Beschäftigten bei gleichzeitig zurückhaltender Personalpolitik – hat langfristig gravierende Folgen für die Betroffenen, den Arbeitsmarkt und die Volkswirtschaft: Die Rückkehr nach einer Burn-Out-Erkrankung ist schwierig, und der persönliche Schaden ist groß. „Das muss seitens der Arbeitgeber endlich ernst genommen werden. Auf eine solche Entwicklung nicht zu reagieren, wäre fatal“, so AK-Präsident Kalliauer. Dabei gäbe es schon jetzt ein gesetzlich verankertes Instrument für das Erkennen von problematischen Arbeitsbedingungen – nämlich die „Evaluierung psychischer Belastungen“ laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz.

Hier müssten Betriebsräte/-innen eingebunden werden, denn sie wissen um die Sorgen und Probleme der betroffenen Arbeitnehmer/-innen am besten Bescheid. Außerdem müssen nach Ansicht der AK auch Arbeitspsychologen/-innen und Arbeitsmediziner/-innen beteiligt werden, um gesicherte Ergebnisse zu bekommen.

Evaluierungsstellen beim Heer

Ausschreibung: Arbeitspsychologinnen/ Arbeitspsychologen
beim Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Befristete Anstellung
Dienstort: WIEN
Voraussichtlicher Beginn: ab Herbst 2016
Bewerbungen sind laufend möglich
Aufgabenbereiche:
· Projekte im Rahmen des Bedienstetenschutzes (entspricht ArbeitnehmerInnenschutz),
insbesondere Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen
· Planung, Durchführung und Evaluation von gesundheitsfördernden Maßnahmen und Projekten
· Teilnahme an internen Fortbildungsveranstaltungen

Weitere Infos

Fachvortrag Prof.Dr. E.Ulich, Wien 29.4.2016

Vortrag von

Prof. em. (ETH) Dr.Dr. h.c. Eberhard Ulich, Fr. 29. April 2016

16:30 Uhr Universität Wien (Universitätsring 1) Marietta-Blau Saal

„Wir müssen uns – wieder – einmischen“

Die raschen und komplexen Veränderungen in der Arbeitswelt (wie z.B. Industrie 4.0, Digitalisierung) erfordern, dass sich die AOW-Psychologie dazu nicht nur äußert, sondern sich auch engagiert an ihrer humanen Gestaltung mit engagiert. Dafür hat sie durchaus geeignete Konzepte, Vorgehensweisen und Konzepte.

E-Learning Tool zur Förderung psychischer Gesundheit

Im Rahmen der INQUA (Initiative Neue Qualität der Arbeit/Deutschland) wurde ein kostenfreies Lerntool zum Thema „Psychische Gesundheit als Führungsaufgabe“ entwickelt. Für interessierte Führungskräfte hier einsehbar/nutzbar –  Zum Lernwerkzeug .

Fachleistungsnachweis Arbeitspsychologie

Unternehmen die eine Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen rechtssicher und betrieblich wertvoll durchführen lassen wollen, kommen um den Einsatz von Arbeitspsychologen nicht herum. Um die Beratungsqualität im Evaluierungsprozess zu gewährleisten gibt es auf der Homepage der Arbeitsinspektion den Link zum Download des sog. Fachleistungsnachweises Arbeitspsychologie.Diesen füllt der zertifizierende Arbeitspsychologe je nach erbrachten Leistungen detailliert aus und bestätigt derart die Gesetzeskonformität des Evaluierungsprozesses.

„Der EvalPsy-Fachleistungsnachweis der Österreichischen Berufsvertretungen für Psychologie (BÖP und GkPP) ist ein Formular, mit welchem einem Unternehmen die korrekte und vollständige Erbringung von arbeits- und organisationspsychologischen Fachleistungen im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach ASchG bestätigt werden. Zugleich kann die Unterlage auch in den zusammenfassenden Tätigkeitsbericht nach § 82 b Abs. 3 ASchG integriert werden. Damit soll ein gesetzeskonformer, dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz entsprechender und fachkompetenter Beratungsablauf zur betrieblichen Umsetzung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastung durch beratende Arbeits- und Organisationspsycholog/innen erreicht werden.“ (http://www.arbeitsinspektion.gv.at/AI/Gesundheit/Belastungen/default.htm#Arbeitspsychologie 15.9.2015).

Online Lektionen zur A&O-Psychologie

Human Ressource Management als online-Lektion:

Organisations- und Arbeitspsychologie

Inhalte

    • den Grundlagen der Organisations- und Arbeitspsychologie
    • Emotion, Belastung, Beanspruchung, Bore-out und Burnout
    • Analyse von Tätigkeiten und Arbeitssystemen
    • Psychologischer Arbeitsgestaltung
    • Dem Spannungsfeld Person und Organisation
    • Dem Einsatz neuer Technologien im Unternehmen
    • Der Gruppe als Organisationsform von Arbeit
    • Dem Spannungsfeld Organisation und Motivation
    • Organisationskultur
    • Dem Spannungsfeld Leistung und Gesundheit

Die TeilnehmerInnen verstehen wie MitarbeiterInnen, als „wertvollste Ressource des Unternehmens“ zu effizienter und effektiver Zusammenarbeit verholfen werden kann.

Weitere Infos

Arbeitsgesundheitsmonitor OÖ – psychische Belastungen

AB

Der mehrjährige Arbeitsgesundheitsmonitor der oberösterreichischen AK bietet neben dem übergreifenden Report 2015 auch spezifisches Material zu den psychischen Belastungen. Überraschend ist, dass die Beschäftigten in Jobs mit hohen körperlichen Belastungen auch psychisch stark belastet sind. 76 Prozent der Berufskraftfahrer/-innen und der Fabriksarbeiter/-innen sowie 72 Prozent der Bauarbeiter/-innen und 71 Prozent des medizinischen Personals geben an, von zumindest einer psychischen Beeinträchtigung betroffen zu sein. Demgegenüber fühlen sich nur 57 Prozent der Kindergartenpädagogen/-innen und der Büroangestellten psychisch belastet, während das 67 Prozent der Geschäftsführer/-innen angeben.

Report „Evaluierung“ im Wirtschaftsblatt 10.11.2015

Ein wirtschaftspraktischer Artikel zur Materie der Evaluierung psychischer Belastungen ist aktuell (10.11.2015) im WIRTSCHAFTSBLATT erschienen.

Artikel lesen

AK-Presseaussendung 9.11.2015 : Psychische Krankmacher in der Wirtschaft

Psychische Krankmacher in der Arbeit

Über eine Million Menschen in Österreich, Erwerbstätige und früher Erwerbstätige, haben arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme: 488.000 Frauen und 533.000 Männer. Schwere körperliche Arbeit verursacht immer noch die meisten arbeitsbedingten Erkrankungen. Aber immer mehr Beschäftigte klagen über Überlastung und Stress. Die psychischen Krankmacher in der Arbeit verursachen auch exorbitante Kosten. Deshalb ist die Evaluierung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gesetzlich vorgeschrieben.

Erst 21 Prozent der Unternehmen erfüllen die gesetzliche Vorgabe

„Bisher erfüllen aber noch viel zu wenige Betriebe diese gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht“, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske und sieht die Unternehmen dringend gefordert: „Die Durchführung der Evaluierung psychischer Belastungen ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung für die Betriebe, sondern auch eine Win-Win-Situation für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Für die Beschäftigten werden gesunde Arbeitsbedingungen geschaffen, für die Unternehmen entstehen weniger Kosten, da die Zahl der Krankenstände sinkt, die Fluktuation abnimmt und die Produktivität zunimmt.“

2014 vermerkten bereits 65 Prozent der im Zuge der Erstellung des Strukturwandelbarometers (IFES im Auftrag der AK Wien) befragten BetriebsrätInnen einen Anstieg des Zeitdruckes innerhalb eines Halbjahres und 60 Prozent gaben einen Zuwachs der Flexibilitätsanforderungen im Unternehmen an. Aber das Strukturwandelbarometer ergab auch, dass viele Unternehmen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierung der psychischen Krankmacher säumig sind. Erst 21 Prozent der Unternehmen haben diese durchgeführt, bei 24 Prozent ist die Evaluierung erst in Planung. Bezogen auf Unternehmen mit Betriebsrat haben bisher lediglich rund ein Viertel der Unternehmen Maßnahmen zur Reduktion oder Beseitigung der schädlichen Belastungsquellen eingeleitet.

Arbeitsbedingte psychische Belastungen nehmen drastisch zu

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten der arbeitsbedingten psychischen Belastungen in Österreich belaufen sich auf rund 3,3 Milliarden Euro jährlich. Arbeitsbedingte psychische Belastungen nehmen drastisch zu und machen nachweislich krank. Sie machen bereits ein Drittel jener Diagnosen aus, die zu einer Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension führen.

„Es herrscht akuter Handlungsbedarf. Die Betriebe haben zwei Jahre Schonfrist für die Evaluierung psychischer Belastungen gehabt. Das ist mehr als genug, wenn es um die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen geht. Bei der Gesundheit von Menschen am Arbeitsplatz kann und darf es keine Kompromisse geben“, fordert Kaske:

Forderung
  • die sofortige Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen durch die ArbeitgeberInnen
  • strengere Kontrollen durch das Arbeitsinspektorat mit empfindlichen Sanktionen bei Verstößen
  • die Aufstockung des Personalstandes in den Arbeitsinspektoraten

Psychische Krankmacher in der Arbeit – was sie kosten

„Arbeit darf nicht krank machen“ war die Erkenntnis zahlreicher Analysen, die dazu führten, dass im Jahr 1995 das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in Kraft getreten ist. Im Vorfeld klagte die Wirtschaft, dass ihr durch das Gesetz nur immense Kosten erwachsen und der administrative Aufwand in keinem Verhältnis zum Erfolg stehe würde. Aber das Gesetz wurde zur Erfolgsgeschichte: Die Arbeitsunfälle mit Todesfolge konnten in den Folgejahren von 294 (1994) auf 113 (2014) gesenkt werden, die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt von 164.469 (1994) auf 104.625 (2014), die betriebswirtschaftlichen Kosten von über 542 Millionen auf rund 345 Millionen Euro und die volkswirtschaftlichen Kosten von über zwei Milliarden auf 1,3 Milliarden Euro reduziert werden. Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt haben sich aber auch die krankmachenden Faktoren in der Arbeit verändert. Mittlerweile ist anerkannt, dass psychische Erkrankungen als Folge von Arbeitsbelastungen auf dem Vormarsch sind. Im Zeitraum von 1994 bis 2013 sind psychiatrische Krankheiten von rund einer Million auf über 3,5 Millionen Krankenstandstage angestiegen, was rund 230 Prozenten entspricht.

  • Beschäftigte ohne arbeitsbedingte Belastungen weisen im Schnitt pro Jahr nur 0,8 Tage krankheitsbedingter Arbeitsausfälle auf. Treten arbeitsbedingte psychische Belastungen auf, erhöht sich die Zahl der Arbeitsausfalls-Tage auf 3,3. Knapp sechs Ausfalls-Tage sind es, wenn psychische und physische Belastungen zusammentreffen.
  • 32 Prozent aller Neuzugänge in die Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionen erfolgt aus psychischen Gründen.
  • Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischen Belastungen dauern länger und die gesamtwirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro jährlich.

Was wen im Job krank macht

Frauen leiden unter anderen arbeitsbedingten Beschwerden als Männer – der psychische Druck in der Arbeit macht allen zu schaffen. Klagten 2007 noch 33 Prozent von 100 Männern und 24 von 100 Frauen über psychische Belastungen, stiegen die Zahlen bis 2013 auf 41 Prozent bei den Männern und 35 bei den Frauen. Bereits 40 Prozent (1,7 Millionen) aller Erwerbstätigen klagen über zumindest ein Risiko für psychische Probleme an ihrem Arbeitsplatz. Zeitdruck bzw Überbeanspruchung werden dabei am häufigsten genannt (über 38 Prozent). Verglichen mit den Daten aus 2007 bedeutet das einen Anstieg von fast einem Drittel – von 29 auf 37 Prozent (Statistik Austria 2014).

Im Europavergleich ist Österreich bezogen auf die Qualität des Arbeitsumfeldes deutlich unterdurchschnittlich. Laut der OECD sind hierfür vor allem die langen Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck verantwortlich. Österreich belegt bei diesen Indikatoren nur den 27. Rang von 32 erfassten OECD-Ländern. Kommt es nicht zu Verbesserungen des Arbeitsumfeldes, drohen nach Einschätzung der OECD erhöhte Burnout-Raten, Depressionen und andere stressbedingte physische und psychische Krankheiten.

Die sieben häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen in Österreich:

  • Rücken: 180.000 Männer, 150.000 Frauen
  • Nacken, Schultern, Arme, Hände: 79.000 Männer, 114.000 Frauen
  • Hüfte, Beine, Füße: 96.000 Männer, 70.000 Frauen
  • Depressionen: 28.000 Männer, 32.000 Frauen
  • Stress: 28.000 Männer, 30.000 Frauen
  • Herz: 32.000 Männer, 13.000 Frauen
  • Lunge/Atemwege: 31.000 Männer, 14.000 Frauen

DAK-Studie: Fehlzeiten aufgrund psychischer Indikationen seit 1997 verdreifacht

Neue Studie – immer mehr Menschen werden  psychische Erkrankungen diagnostiziert. Das ist das Ergebnis des am Dienstag in Berlin veröffentlichten DAK-Reports, für den das Berliner IGES Institut die Daten zur Arbeitsunfähigkeit von rund 2,6 Millionen berufstätigen DAK-Versicherten analysiert hat.

Das Ergebnis: Seit 1997 hat sich die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen verdreifacht. DAK-versicherte Beschäftigte blieben deswegen 2014 an mehr als 6,3 Millionen Tagen zu Hause. Die Daten der Versicherung hochgerechnet sind demnach 1,9 Millionen Menschen betroffen – und jeder 20. Arbeitnehmer war im vergangenen Jahr wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.

Dem Report zufolge verursachten psychische Erkrankungen 2014 zwar deutlich mehr Ausfalltage als in den Vorjahren. Zugleich fehlten Arbeitnehmer aber seltener wegen körperlicher Leiden.

Auffällig ist den Angaben zufolge aber der hohe Anteil von Depressionen. Fast jeder zweite Fehltag aus psychischen Gründen wird damit begründet. Während Depressionen im Jahr 2000 lediglich 37 Fehltage pro 100 Versicherte verursachten, waren es 2014 bereits 112.

Wie häufig Arbeitnehmer wegen eines psychischen Leidens fehlen, hängt dem Report zufolge auch mit der Branche zusammen: Nirgendwo war die Zahl der dadurch begründeten Fehltage so hoch wie im Gesundheitswesen. Am seltensten fehlten Beschäftigte deswegen im Baugewerbe.

Gesunde und sichere Arbeitsplätze – EU-Kampagne 2016 im Anmarsch

Healthy Workplaces for all ages – Die neue Kampagne der EU-OSHA für 2016 ist aufgestellt.

Alle Infos OSHA 2016

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